Impulse für die Zukunft der Lehrkr?ftebildung: Core Practices im Fokus
Das Gutachten der Expert:innenkommission betont, dass die Lehrkr?ftebildung künftig st?rker am beruflichen Handeln ausgerichtet und die Verzahnung zwischen Studium, Referendariat und Fortbildung verbessert werden soll. Dabei wird ausdrücklich empfohlen, Core Practices als strukturierendes Element für eine berufsbezogene Ausbildung zu erproben.
Bereits im November 2025 setzte sich ein erstes online veranstaltetes Symposium mit dieser Empfehlung auseinander. Die zweite Veranstaltung fand nun in Pr?senz in Bamberg statt. Beide Teile wurden von Prof. Dr. Barbara Drechsel und Prof. Dr. Annette Scheunpflug organisiert. Die Veranstaltungen reagieren auf die Empfehlung des Gutachtens, indem sie eine wissenschaftliche Diskussion der Geschichte und Konzeptionen von Core Practices boten, Perspektiven aus den Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften zusammenbrachte sowie Expertise und Erfahrungsberichte au?erhalb Bayerns aufnahmen.
An den Vortr?gen und Impulsen sowie der abschlie?enden Paneldiskussion wirkten mit Prof. Dr. Cordula Artelt, Prof. Dr. B?rbel Kopp, Prof. Dr. Anita Schilcher und Elias Stubenvoll auch vier Mitglieder der Expert:innenkommission mit.
Core Practices als Ansatz für eine praxisn?here Lehrkr?ftebildung
Im Zentrum des Symposiums stand die Frage, wie die Kluft zwischen wissenschaftlicher Ausbildung und schulischer Praxis verringert werden kann. Core Practices wurden dabei als konkreter Ansatz diskutiert, um professionelles Handeln systematisch aufzubauen. Sie fokussieren auf wiederkehrende, lernwirksame Handlungssituationen und erm?glichen es, wissenschaftliches Wissen direkt in praktisches Handeln zu überführen. Damit greifen sie eine zentrale Forderung des Gutachtens auf: den Professionsbezug durch einüb- und reflektierbare Handlungselemente zu st?rken und Studierende frühzeitig zur Ausführung professioneller T?tigkeiten zu bef?higen.
Zugleich wurde deutlich, dass Core Practices keine vollst?ndige Neuausrichtung darstellen, sondern an bestehende Traditionen der Lehrkr?ftebildung anschlie?en. W?hrend frühere Modelle professionelles Handeln eher abstrakt strukturierten, verbinden Core Practices empirische Befunde mit konkreten Handlungseinheiten auf einer mittleren Komplexit?tsebene. Gerade dadurch sind sie für Studierende besonders anschlussf?hig und lernwirksam.

Einordnung, Umsetzung und Perspektiven
Im Vergleich zu etablierten Modellen der Unterrichtsqualit?t, die h?ufig als zu abstrakt für die Ausbildung wahrgenommen werden, bieten Core Practices einen niedrigschwelligen Zugang. Sie setzen direkt an konkreten Handlungssituationen an und schaffen damit unmittelbare Lerngelegenheiten.
Anhand von Beispielen wurde gezeigt, wie sich Core Practices in Studieng?nge integrieren lassen, etwa durch die Verzahnung von Vorlesungen, schulpraktischen Studien und angeleiteten ?bungsformaten. Gleichzeitig wurde betont, dass der Aufbau professioneller Handlungskompetenz wiederholte ?bungs- und Reflexionsphasen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Universit?t und Schule – in den Schulpraktika sowie zwischen der ersten und zweiten Phase – erfordert.
Insgesamt wurde deutlich, dass Core Practices ein zentrales Instrument zur Umsetzung der im Gutachten formulierten Ziele sein k?nnen. Sie tragen dazu bei, die Lehrkr?ftebildung st?rker auf professionelles Handeln auszurichten und die Koh?renz zwischen ihren Phasen zu verbessern – vorausgesetzt, sie werden sinnvoll in bestehende curriculare und theoretische Strukturen eingebettet.
