Open Science

?Der Begriff Open Science bündelt […] Strategien und Verfahren, die allesamt darauf abzielen, […] alle Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses über das Internet offen zug?nglich und nachnutzbar zu machen. Damit sollen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft neue M?glichkeiten im Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen er?ffnet werden.“
Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG, 2014.
Die UNESCO Recommendation on Open Science definiert die Prinzipien der Transparenz, der Reproduzierbarkeit, der Wiederverwendbarkeit und der offenen Kommunikation sowie Chancengleichheit und Nachhaltigkeit als grundlegende Ziele von Open Science.
Open Science tr?gt zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis bei und erm?glicht den fairen Zugang zu Wissen für Wissenschaft und Gesellschaft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschreibt Open Science als Teil der Wissenschaftskultur (Oktober 2022).
Open Science an der Universit?t Bamberg
Die Otto-Friedrich-Universit?t verankert Open Science in ihrer Strategie. Mit der 球探足球比分 ihrer Open Access-Erkl?rung wurde bereits 2011 der Grundstein gelegt. Seit 2004 k?nnen im institutionellen Repositorium (FIS) der Universit?t Dissertationen, Abschlussarbeiten, Hochschulschriften, Kongressver?ffentlichungen und Zweitver?ffentlichungen (Pre-und Postprints) im Open Access ver?ffentlicht werden.
In den Jahren 2021 bis 2022 wurde ein zentraler Forschungsdatenmanagement-Service aufgebaut, das institutionelle Forschungsdatenrepositorium ging online und die Forschungsdaten-Policy der Universit?t wurde ver?ffentlicht.
Am 25.04.2023 feierte der Universit?tsverlag University of Bamberg Press (UBP) Jubil?um: Seit 15 Jahren verlegt UBP nach dem Prinzip des Diamond Open Access (Definition DFG).
Im M?rz 2024 geh?rte die Universit?t Bamberg zu den Erstunterzeichnenden der Barcelona Declaration on Open Research Information. Die Unterzeichnenden setzen sich für frei zug?ngliche Forschungsinformationen ein und verwenden Systeme, die offene Forschungsinformationen unterstützen.
Die Universit?tsbibliothek befürwortet Open Science und unterstützt Forschende bei der Umsetzung in verschiedenen Teilbereichen.
Teilbereiche von Open Science
Open Access
Open Access bedeutet, dass wissenschaftliche Publikationen kostenfrei und ?ffentlich im Internet zug?nglich sind und ohne Beschr?nkungen genutzt, kopiert, verbreitet und wiedergegeben werden k?nnen, sofern die Urheberschaft korrekt angegeben wird.
Die Otto-Friedrich-Universit?t unterstützt Open Access mit ihrer 2011 ver?ffentlichten Open-Access-Erkl?rung, die sich zur Zeit in der Aktualisierung befindet.
Die Universit?tsbibliothek bietet unterschiedliche Services im Bereich des Open Access Publizierens an.
Der Universit?tsverlag University of Bamberg Press verlegt Publikationen von Mitgliedern der Universit?t Bamberg. Ver?ffentlicht wird prim?r online, aber auch gedruckt. Ziel ist eine kostengünstige und schnelle Ver?ffentlichung, um die wissenschaftliche Leistungsf?higkeit der Universit?t Bamberg nachhaltig nach au?en sichtbar zu machen.
Open Research Data
Von Open Data spricht man, wenn (Forschungs-)Daten – gegebenenfalls unter den Bedingungen einer freien Lizenz – ohne Einschr?nkungen frei genutzt und weiterverwendet werden k?nnen. Der Fokus liegt auf der Zug?nglichkeit der Daten.
H?ufig wird auch der Begriff FAIRe Daten verwendet. Sie gehen insofern über offene Daten hinaus, als dass es nicht allein um die Nutzungsrechte geht, sondern auch technische Anforderungen der Datenbereitstellung im Fokus stehen. Die FAIR Data Principles, auf die sich u. a. auch Forschungsf?rderer beziehen, beschreiben grunds?tzliche Aspekte, die Forschungsdaten erfüllen müssen.
Der Umgang mit Forschungsdaten ist ein wichtiger Teil guter wissenschaftlicher Praxis. Der zentrale FDM-Service unterstützt Sie beim Forschungsdatenmanagement (FDM) – von der Planung und Beantragung eines Projekts über die Organisation, Speicherung und Dokumentation im laufenden Projekt bis zur Ver?ffentlichung und Archivierung Ihrer Forschungsdaten am Projektende. Wir stehen als Beratungsstelle für alle Angeh?rigen der Universit?t zur Verfügung.
Der FDM-Service ist eine Kooperation des Dezernats Forschungsf?rderung und Transfer (Z/FFT), des Universit?tsarchivs (Z/ARCH), des IT-Service (ITS) und der Universit?tsbibliothek.
In ihrer Forschungsdaten-Policy gibt die Universit?t ihren Forschenden Leitlinien für den Umgang mit Forschungsdaten an die Hand und benennt Unterstützungsangebote.
Im institutionellen Forschungsdatenrepositorium (FD-Repo) k?nnen Universit?tsangeh?rige ihre Forschungsdaten ver?ffentlichen.
Im Forschungsinformationssystem (FIS) k?nnen bibliografische Angaben zu Forschungsdaten für die Universit?tsbibliografie verzeichne werden.
Open Educational Resources (OER)
?Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz erm?glicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Dritte ohne oder mit geringfügigen Einschr?nkungen. Dabei bestimmen die Urhebenden selbst, welche Nutzungsrechte sie einr?umen und welche Rechte sie sich vorbehalten. Open Educational Resources k?nnen einzelne Materialien, aber auch komplette Kurse oder Bücher umfassen. Jedes Medium kann verwendet werden. Lehrpl?ne, Kursmaterialien, Lehrbücher, Streaming-Videos, Multimedia-Anwendungen, Podcasts – all diese Ressourcen sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz ver?ffentlicht werden.“ (Definition der Deutschen UNESCO-Kommission).
Die Mediendidaktische Servicestelle (MD) der Universit?t unterstützt bei Fragen rund um die Entwicklung digital gestützter Lehr-/Lernszenarien und die Gestaltung digitaler Lernumgebungen.
Open Source
?Open-Source-Software und Open-Source-Code umfassen in der Regel Software, deren Quellcode zeitnah und nutzerfreundlich ?ffentlich zug?nglich gemacht wird, in einem von Menschen und Maschinen lesbaren und ver?nderbarem Format, unter einer offenen Lizenz […]“ (UNESCO Recommendation on Open Science 2021).
Die Universit?tsbibliothek setzt in folgenden Bereichen auf Open-Source-Software:
- Literaturverwaltung: Zotero ist ein freies, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm zum Sammeln, Verwalten und Zitieren unterschiedlicher Quellen.
- Bibliothekssystem: Mit FOLIO nutzt die Universit?tsbibliothek ein Open-Source-Bibliothekssystem zur Steuerung aller Bibliotheksprozesse wie z. B. der Lizenzierung und Erwerbung digitaler und gedruckter Literatur, die Bereitstellung digitaler und analoger Bücher und Medien, die Finanzierung von Open Access und vieles mehr.
- Literatursuche (Bamberger Katalog): VuFind dient als Oberfl?che des Bamberger Katalogs und stellt verschiedene Suchfunktionalit?ten bereit.
- Forschungsinformationssystem (FIS): Das Bamberger FIS wird auf Grundlage der Open-Source-Software DSpace-CRIS betrieben und weiterentwickelt.
- Herausgabe von Open-Access-Zeitschriften: Mit Open Journal Systems (OJS) bietet die University of Bamberg Press eine M?glichkeit für den Betrieb von Open-Access-Zeitschriften.
Open Peer Review
Open Peer Review ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Methoden, die darauf abzielen, den traditionellen Peer-Review-Prozess als klassische Qualit?tskontrolle für wissenschaftliche Publikationen offener zu gestalten.
Traditionelle Single-Blind- oder Double-Blind-Verfahren stehen in der Kritik, da sie langwierig sind und zu unfairen Ver?ffentlichungsprozessen führen k?nnen. Um dem entgegenzuwirken, legt Open Peer Review Wert auf Transparenz. Z. B. k?nnen die Identit?ten von Autorinnen und Autoren sowie Gutachtenden allen Beteiligten bekannt gemacht werden. Darüber hinaus ist es m?glich, die Gutachten zusammen mit einem Artikel zu ver?ffentlichen.
Weiterführende Informationen bietet die deutschsprachige Open Science AG.
Open Abstracts
Abstracts fassen den Inhalt wissenschaftlicher Publikationen zusammen, erh?hen die Auffindbarkeit und machen Leserinnen und Leser neugierig auf den Volltext.
Viele Abstracts sind bereits in unterschiedlichen bibliografischen Datenbanken verfügbar, aber oft mit eingeschr?nkten Nutzungsm?glichkeiten, zum Beispiel weil ein Abonnement erforderlich ist oder die Abstracts nicht maschinell verarbeitbar sind.
Die Universit?tsbibliothek unterstützt die freie Verfügbarkeit von Abstracts. So werden frei zug?ngliche Abstracts aus dem FIS an Crossref weitergegeben und umgekehrt von Crossref bereitgestellte offene Abstracts in das FIS integriert.
Weiterführende Informationen bietet die Website der Initiative for Open Abstracts.
Open Citations
Zitationen stellen ein wesentliches Element im wissenschaftlichen Diskurs, bei der Literaturrecherche und in der Bibliometrie dar. Durch Zitationen werden inhaltliche Beziehungen zwischen wissenschaftlichen Publikationen transparent gemacht.
Frei verfügbare Zitationsdaten verbessern die Transparenz und Zug?nglichkeit der Forschung und erh?hen die Auffindbarkeit von Forschungsergebnissen wie Publikationen, Daten oder Software.
Der Universit?tsverlag UBP arbeitet mit der Open Source Software Open Journal Systems, die es Journals mittels eines Plug-ins erlaubt, mit Open Citations zu operieren.
Weiterführende Informationen bietet die Website des Projekts OpenCitations.
Open Research Information
Mit der Unterzeichnung der Barcelona Declaration on Open Research Information unterstützt die Universit?t Bamberg, dass neben den Forschungsergebnissen und Forschungsdaten auch alle relevanten Forschungsinformationen offen und frei für alle Menschen zug?nglich sind.
Unter Forschungsinformationen sind bibliografische Metadaten, also zum Beispiel Titel, Autorinnen und Autoren sowie Abstracts von Publikationen, und Metadaten zur verwendeten Software und anderen Tools zu verstehen. Informationen zu F?rdergebern, Projekten, Einrichtungen, Auszeichnungen und 球探足球比分en z?hlen ebenfalls dazu.
Forschungsinformationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewertung von Forschenden und Institutionen, bei der Verteilung von Ressourcen sowie für die Auffindbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse. Derzeit stützt sich die Forschungsbewertung noch stark auf geschlossene Infrastrukturen – für eine transparente und gerechte Forschungsbewertung ist die Offenheit von Forschungsinformationen von entscheidender Relevanz. Die Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) – ein weltweiter Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen und -organisationen – hat sich einen Kulturwandel in der Forschungsbewertung zum Ziel gesetzt, hin zu einer qualitativen Bewertung mittels Peer Review sowie dem verantwortungsvollen Einsatz von quantitativen Indikatoren.
Im Forschungsinformationssystem FIS – institutionelles Repositorium und Universit?tsbibliografie – sind die Publikationen der Mitglieder der Otto-Friedrich-Universit?t-Bamberg verzeichnet und mit Projekten und Einrichtungen vernetzt.
Im FIS k?nnen Universit?tsangeh?rige:
- Dokumente im Open Access ver?ffentlichen – sofern keine rechtlichen Gründe entgegenstehen (institutionelles Repositorium)
- Publikationen und Forschungsdaten melden (Universit?tsbibliografie)
Auch Abschlussarbeiten k?nnen unter bestimmten Voraussetzungen im FIS ver?ffentlicht werden.
Open Methodology
Um wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen und reproduzieren zu k?nnen, ist eine vollst?ndige Beschreibung der im Forschungsprozess angewandten Methoden, Verfahren und Instrumente entscheidend. Dazu geh?rt z. B. die detaillierte Beschreibung von Studiendesigns, Erhebungsinstrumenten, Analyseverfahren und verwendeten Materialien, idealerweise bereits vor Beginn der Datenerhebung durch Pr?registrierungen oder die Ver?ffentlichung von Studienprotokollen. Durch die offene Bereitstellung der genutzten Methodik, wird es anderen Forschenden erm?glicht, Studien nachzuvollziehen, zu replizieren und auf ihre eigenen Fragestellungen zu übertragen. Open Methodology tr?gt wesentlich zur Qualit?tssicherung von Wissenschaft bei.
Citizen Science
Im Rahmen von Citizen Science wirken interessierte Bürgerinnen und Bürger aktiv in Forschungsprojekten mit. H?ufig sind sie an der Sammlung, Recherche, Messung und Auswertung von Daten beteiligt. Citizen Science stellt eine Form des lebenslangen Lernens und der Wissenschaftskommunikation dar.
Weiterführende Informationen bietet die deutschsprachige Open Science AG.
