Etymologische Skizzen und Notizen: Sprache ? Kultur ? Geschichte

Sebastian Kempgen: Etymologische Skizzen und Notizen. Sprache ? Kultur ? Geschichte. (Schriften aus der Fakult?t für 球探足球比分 Kulturwissenschaften, 56). Bamberg: University of Bamberg Press 2026. 427 pp.

ISBN: 978-3-98989-098-5
DOI: https://doi.org/10.20378/irb-112785
URN: urn:nbn:de:bvb:473-irb-112785x
Publikationsserver der Uni Bamberg: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/112785

Kommentar

Der vorliegende Band setzt die ??g?ischen Etymologien“ von 2025 mit einem breiten Spektrum an neuen Etymologien aus dem Keltischen, Germanischen, Slawischen und Vorgriechischen fort. Einige grunds?tzliche ?berlegungen zur indogermanischen Wanderung und Expansion schlie?en sich an. Den Schwerpunkt des Bandes bilden (wiederum) vorgriechische Orts-, Gew?sser- und Personennamen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kreta, seiner Sprach- und Kulturgeschichte mit Hinblick auf die sog. ‘minoische’ Sprache hinter Linear A. Die Insel Lemnos steht im Mittelpunkt einer Analyse nach 球探足球比分 und den Realien hinter einschl?gigen griechischen Epen und Mythen.

Erstmals kl?rt der Band die (idg.) Etymologien von Kydonia (= Chania), Rethymnon, Knossos, Phaistos und viele andere kretische Ortsnamen. Zusammen mit den Etymologien des Bandes von 2025 (Tylissos, Amnissos…) ergeben sie eine teilweise idg. gepr?gte “minoische” Sprache, die in Linear A geschrieben wurde. Aus den Etymologien lassen sich klare Schlu?folgerungen über die minoische Sprache herleiten, die sich als richtungsweisend herausstellen k?nnten: Das Minoische war eine Mischsprache und geh?rt somit keiner Sprachfamilie an. Die bisherigen Versuche, die Sprache von Linear A eindeutig als eine bestimmte Sprache zu erweisen, gehen demnach zwangsl?ufig ins Leere.

Der Band zeichnet ebenso ein klareres Bild als bisher von der vorgriechischen idg. Einwanderung nach Griechenland, spricht sich eindeutig für die klassische Annahme einer idg. ‘Urheimat’ n?rdlich des Schwarzen Meeres aus und nimmt zu weiteren strittigen Fragen in diesem Kontext Stellung.

Daneben versammelt der reich bebilderte und mit vielen Karten versehene Band eine Fülle von keltischen, germanischen, slawischen und anderen vorgriechischen Etymologien.

Knossos - die "Stadt am Hang"

Die alte Postkarte zeigt eine Aufnahme des Ausgrabungsgel?ndes von der Seite her gesehen. Die Rekonstruktionen der S?ulen und D?cher durch Arthur Evans sind hier bereits zu sehen. Da der Kephala-Hügel damals am Rand kaum Baumbewuchs aufwies, ist auf dieser Postkarte die Hanglage des Palastes von Knossos besonders gut zu sehen.

Diese Hanglage ist auch die Etymologie des Namens Knossos. Die idg. Wurzel kn- (oder gen-, gn-, kyn-) bedeutet ganz gegenst?ndlich ‘Knie’ wie ‘Abhang’. In dem deutschen Wort ‘Knie’ kehrt die Wurzel auch wieder. Bisher konnte man mit dem Namen “Knossos” sprachlich überhaupt nichts anfangen. Unsere Etymologie, also etwa “Hangst?dt”, wird in dem vorliegenden Band erstmals ausführlich hergeleitet und ihre natürliche Motivation aufgezeigt. Weiteres siehe im Band S. 274–278. 

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Der Band steht auf dem OpenAccess-Publikationsserver der Universit?t Bamberg frei zur Verfügung:

https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/112785

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