HWK-Pr?sident Matthias Gra?mann, Prof. Dr. Stefan Gast, Pr?sident der Hochschule Coburg und der Bamberger Universit?tspr?sident Prof. Dr. Kai Fischbach freuen sich über die Kooperation beim Studiengang ?Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“.
Reinhard Bauer (HWK), Matthias Gra?mann (HWK), Jens Beland (HWK), Prof. Dr. Stefan Gast (HS Coburg), Prof. Dr. Kai Fischbach (Uni Bamberg), Rainer Beck (HWK).
An der Hochschule Coburg besch?ftigen sich Studierende bereits jetzt mit traditionellen Methoden und Materialien – gemeinsam mit der HWK zu Oberfranken und der Universit?t Bamberg entsteht der Studiengang ?Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“.
Neuer Studiengang Bauerhalt: Uropas Wissen und aktuelle Forschung
In jedem Jugendstilhaus war das Treppenhaus früher wundersch?n mit vielfarbigen Ornamenten und Bildern ausgemalt. ?Nach dem Zweiten Weltkrieg musste schnell und günstig renoviert werden“, erkl?rt Jens Beland. ?Damals hie? das: Raufaser drauf und fertig.“ Nicht nur die Bemalungen gingen verloren, sondern auch das Wissen darüber. ?Aber mein Uropa hat alles aufgeschrieben. Zum Beispiel, wie die traditionellen Farben angemischt werden.“ Beland, Kirchenmaler und Coburger Kreishandwerksmeister, hat in Coburger Fluren schon einige Jugendstil-Malereien rekonstruiert. An diesem Vormittag steht er aber nicht in einem Altbau, sondern in einem lichtdurchfluteten Raum der Hochschule Coburg mit Blick über die Stadt. Es geht um ein Projekt, das über einzelne Restaurierungen hinausweist.
Forschung und Praxis, Bachelor und Gesellenbrief
Vertreter aus Wissenschaft und Handwerk unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zum neuen Bachelorstudiengang ?Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“: Er startet im Wintersemester und verbindet handwerkliche Ausbildung mit wissenschaftlichem Studium in Coburg und Bamberg. Die Zusammenarbeit von Hochschule Coburg, Universit?t Bamberg und Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken gilt in dieser Form als bundesweit bislang einmalig. Vorbild sind historische Dombauhütten, in denen Planung, Ausführung und unterschiedliche Gewerke eng zusammenarbeiteten. Jetzt geht es darum, Wissen über traditionelle Techniken zu sichern und auf aktuelle Anforderungen wie nachhaltiges Bauen und den wachsenden Umbau im Bestand zu übertragen.
Hochschule Coburg und Universit?t Bamberg bauen Zusammenarbeit aus
Für die Hochschule Coburg ist das Projekt eine konsequente Weiterentwicklung bestehender Strukturen. ?Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Kooperationen gemacht“, sagt Hochschulpr?sident Prof. Dr. Stefan Gast. Seit zehn Jahren wird gemeinsam mit der Universit?t Bamberg beispielsweise der Masterstudiengang ?Digitale Denkmaltechnologien“ angeboten. Der neue Studiengang ?Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“ erg?nzt an der Fakult?t Design + Bauen der Hochschule Coburg au?erdem Studieng?nge wie Architektur und Bauingenieurwesen und erweitert das Spektrum dank einer neuen Stiftungsprofessur um Themen wie barrierefreies Bauen. ?An der Schnittstelle zwischen Handwerk und akademischer Welt entsteht hier eine spannende, zukunftstr?chtige Ausbildung.“
Auch die Universit?t Bamberg bringt ihre wissenschaftliche Expertise gezielt in die Kooperation ein – insbesondere über das Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT). Universit?tspr?sident Prof. Dr. Kai Fischbach hebt die ?fachlich hervorragende und menschlich vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der Hochschule Coburg und der Handwerkskammer für Oberfranken hervor. Der neue Studiengang verbinde Forschung, Lehre und Praxis in besonderer Weise: ?Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse flie?en direkt in die Ausbildung ein und werden anwendbar, zugleich erh?lt die Forschung wichtige Impulse aus der Praxis“, sagt Fischbach. ?Dieser enge Austausch schafft eine fundierte, praxisnahe Lehre und tr?gt zum Erhalt kultureller Bausubstanz bei.“
Fachkr?ftemangel im Handwerk: Bedarf an Spezialwissen w?chst
Die Handwerkskammer für Oberfranken erhofft sich Antworten auf strukturelle Ver?nderungen im Berufsfeld. ?Für uns gab ein Gespr?ch mit dem Staatlichen Bauamt Bamberg vor einigen Jahren den Ansto?“, erinnert sich HWK-Pr?sident Matthias Gra?mann. Schon damals fehlte für anspruchsvolle Arbeiten – etwa am Bamberger Dom – geeignetes Personal. ??berall sind Fachkr?fte gefragt, die praktische F?higkeiten mit betriebswirtschaftlichem und planerischem Wissen verbinden. Weil die Babyboomer in Rente gehen, verlieren wir sehr viel Know-how. Der profunde Erfahrungsschatz der ?lteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist von heute auf morgen weg.“
Trotz voller Auftragsbücher finden viele Betriebe keine Nachfolge. ?Der Bachelorabschluss ist auch eine Unternehmerausbildung für Menschen, die eine Betriebsübernahme planen“, sagt HWK-Hauptgesch?ftsführer Reinhard Bauer. In Kombination mit dem Gesellenbrief er?ffne er neue Wege, einen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen. Auch die Aufgaben im Bausektor ver?ndern sich: Ressourcenknappheit, Klimaschutz und steigende Baukosten machen Sanierung und Umbau immer wichtiger, erkl?rt HWK-Gesch?ftsführer Rainer Beck. Damit w?chst der Bedarf an Spezialwissen im Umgang mit historischer Bausubstanz. Traditionelles Wissen wie das von Jens Belands Uropa über das Anmischen von Farben wird im Studiengang bewahrt – und in Wissenschaft und Handwerk für die Zukunft gemeinsam weiterentwickelt.
Informationen zum Studiengang
Eine Einschreibung fürs Wintersemester ist ab Anfang Mai m?glich. Weitere Informationen unter www.hs-coburg.de/bauerhalt-werktechniken/ und unter /ba-bau-werk/
Bild “41-Kooperation_Bauerhalt-Grassmann-Gast-Fischbach"(4.9 MB): HWK-Pr?sident Matthias Gra?mann, Prof. Dr. Stefan Gast, Pr?sident der Hochschule Coburg und der Bamberger Universit?tspr?sident Prof. Dr. Kai Fischbach freuen sich über die Kooperation beim Studiengang ?Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“.
Quelle: Natalie Schalk/Hochschule Coburg
Bild “41-Kooperation_Bauerhalt”(1.8 MB): Reinhard Bauer (HWK), Matthias Gra?mann (HWK), Jens Beland (HWK), Prof. Dr. Stefan Gast (HS Coburg), Prof. Dr. Kai Fischbach (Uni Bamberg), Rainer Beck (HWK)
Quelle: Natalie Schalk/Hochschule Coburg
Bild “41-Kooperation_Bauerhalt-Studis”(1.1 MB): An der Hochschule Coburg besch?ftigen sich Studierende bereits jetzt mit traditionellen Methoden und Materialien – gemeinsam mit der HWK zu Oberfranken und der Universit?t Bamberg entsteht der Studiengang ?Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“
Quelle: Markus Schlempp/Hochschule Coburg
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