Neue Publikation: ?berblicksarbeit zu Hierarchiekonzepten und deren Messungen
Eine neue Publikation mit dem Titel: ?Structuring hierarchy concepts: Evaluating measures of power, status, dominance, and prestige on the basis of an integrative model and systematic literature review” von Robert K?rner, Jen Overbeck (Melbourne Business School) und Astrid Schütz ist in der renommierten Fachzeitschrift Psychological Bulletin erschienen.
Im Artikel wird ein zentrales Problem der Hierarchieforschung adressiert: Forschende verwenden h?ufig unterschiedliche Definitionen für dasselbe theoretische Konzept oder nutzen dieselbe Definition für verschiedene Konzepte. Zudem stehen zahlreiche Messverfahren zur Verfügung, die unterschiedlich geeignet für verschiedene Fragestellungen sind. Diese Inkonsistenzen machen systematische Forschung in diesem Themenbereich schwierig und führen zu Missverst?ndnissen.
Um dieses Problem zu l?sen, entwickelten wir zun?chst ein ?Integratives Modell sozialer Hierarchiekonzepte“. Dieses Modell definiert zentrale Variablen wie Macht, Einfluss, Status, Rang, Dominanz, Prestige sowie zugrundeliegender Motive und kl?rt ihre Beziehungen untereinander. Das Modell ist somit Grundlage für ein einheitliches und trennscharfes Verst?ndnis sozialer Hierarchievariablen.
Darauf aufbauend führten wir die umfassendste Literatursuche zu Messinstrumenten für Macht, Status, Dominanz etc. durch. Wir identifizieren 67 validierte Skalen, strukturierten diese theoretisch, und bewerteten sie hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften(siehe auch https://socialhierarchyscales.github.io/). Für besonders bedeutsame Skalen führten wir eine empirische Studie durch, in der wir ihre psychometrischen Kennwerte verglichen und mittels Faktorenanalysen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Skalen identifizierten.
Darüber hinaus beschreiben und diskutieren wir weitere Verfahren zur Erfassung von Hierarchievariablen, darunter projektive und indirekte Tests, bildbasierte Verfahren, soziometrische Bewertungen, organisationale Metriken, physiologische Indikatoren, Sprachmerkmale, Verhalten und nonverbale Ausdrucksformen.
Insgesamt leistet diese Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur Theoriebildung und Methodenintegration in der Hierarchieforschung. Sie schafft konzeptuelle Klarheit, zeigt geeignete Messinstrumente auf und legt damit das Fundament für zukünftige hochwertige Forschung.
Referenz:
K?rner, R., Overbeck, J. R., & Schütz, A. (2025). Structuring hierarchy concepts: Evaluating measures of power, status, dominance, and prestige on the basis of an integrative model and systematic literature review. Psychological Bulletin, 151(3), 322–364. doi.org/10.1037/bul0000470