Barrierefreie digitale Lehr-/Lernmaterialen und -umgebungen

Barrierefreie digitale Lehr-/Lernmaterialien und -umgebungen sind wichtige Voraussetzungen für Studierende, um mit gleichen Chancen unabh?ngig von ihren pers?nlichen Umst?nden zu studieren. Wenn Kriterien der digitalen Barrierefreiheit von allen an Lehr-/Lernprozessen beteiligten Personen bei der Erstellung von Dateien und anderen digitalen Materialien berücksichtigt werden, kommen sie allen Menschen zugute und nicht nur denjenigen mit Einschr?nkungen. 
Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenstellung von Informationen und kommentierten Links zum Thema Digitale Barrierefreiheit, die für die Lehre und im Studium weiterhelfen k?nnen.

Checklisten

Vorbemerkung: Texte im hier gemeinten Sinne sind beispielsweise Flie?texte in Textdokumenten, Texte auf Webseiten (z. B. Typo3-Seiten oder Moodle-Kursseiten) und in PowerPoint-Pr?sentationen oder Sprechtexte für Videos und Audio-Podcasts etc.

Einfachheit

  • Die S?tze sind kurz und einfach konstruiert, d.h. Schachtels?tze und Nominalisierungen werden vermieden.
  • Der Text enth?lt überwiegend gel?ufige W?rter und keine ?exotischen“ oder inhaltsleeren Begriffe und Floskeln.
  • Fachbegriffe, Abkürzungen und ungel?ufige W?rter sind erkl?rt (z. B. im Text, in Fu?noten, in einem Glossar).
  • Die S?tze sind gut zu verstehen. Sie enthalten anschauliche Formulierungen.
  • Der Text ist inhaltlich und sprachlich (Formulierungen und Wortwahl) für die Zielgruppe geeignet.

Gliederung

  • Der Text hat eine klare Struktur: Er ist nachvollziehbar, folgerichtig und nicht zu detailliert gegliedert.
  • Wesentliches kann gut von Unwesentlichem unterschieden werden.
  • Der rote Faden des Textes ist jederzeit sichtbar, d.h. die inhaltlichen Bezüge sind eindeutig.
  • Alle Aspekte und Argumente sind in der richtigen Reihenfolge dargestellt und bauen logisch aufeinander auf.
  • Bei Lehrinhalten kann die Angabe von Lehrzielen sinnvoll sein (z. B. bei gro?er Stoffmenge).
  • Die Gliederung wird durch pr?gnante ?berschriften und das Inhaltsverzeichnis sichtbar gemacht.
  • Der Text wird durch weitere Elemente (z.B. Nummerierungen, Aufz?hlungen, Kasten) gegliedert.
  • Die wichtigsten Begriffe und Argumente werden zusammengefasst und eingeführt (besonders bei langen Texten).
  • An das Wissen der Lernenden wird in einem Vortext angeknüpft (speziell bei schweren Texten mit neuem Lerninhalt).

Kürze und Pr?gnanz

  • Der Text ist kurz und beschr?nkt sich aufs Wesentliche, ohne lückenhaft zu sein.
  • Jedes Wort im Text ist notwenig.
  • Das Vorwissen der Lernenden wird im Text berücksichtigt.

Anregende Zus?tze

  • Im Text wird jederzeit Bezug zur Problemstellung genommen.
  • Beispiele unterstützen das Verstehen und den Transfer.
  • Die Lernenden werden pers?nlich angesprochen.

Weiterführende Informationen

  • Für den Flie?text in Online-Medien wird serifenlose Schrift verwendet. Falls Sie eine Serifenschrift verwenden, achten Sie auf gute Lesbarkeit der Schrift und bedenken Sie, dass viele Texte heute am Bildschirm gelesen werden.
  • Der Schriftgrad für den kleingedruckten Text liegt bei mindestens 10 pt. Flie?text ist entsprechend in einem gr??eren Schriftgrad formatiert (z. B. 12 pt).
  • Wichtige Schlüsselw?rter sind hervorgehoben (z.B. durch Fettung oder Farbe).
  • Gliederungen (?berschriften, Aufz?hlungen und Nummerierungen) sind mit entsprechenden Formatvorlagen formatiert.
  • Bilder, Grafiken und Tabellen verfügen über eine Beschreibung und/oder über einen Alternativtext. Sie überlappen nicht, damit sie von einem Screenreader klar erkennbar und lesbar sind.
  • Texte und Grafiken sind klar wahrnehmbar und vom Hintergrund gut unterscheidbar (球探足球比分).
  • Alle Elemente sind auch nach Vergr??erung am Bildschirm gut erkennbar und lesbar.
  • Gescannte Dokumente wurden vor Ver?ffentlichung mit Texterkennung (OCR) bearbeitet.

Weiterführende Informationen

Linktexte sind dann barrierfrei, wenn sie so aussagekr?ftig formuliert sind, dass Zweck und Ziel erkennbar sind. Auf einer Webseite sollten verschiedenen Linktexte unterschiedlich formuliert sein. Verweisen zwei Links auf dieselbe Seite, so sollten der Linktext jedoch konsistent sein.

  • Falsch: “hier”, “hier klicken” oder “Link” etc.
    Diese Linktexte sind nicht aussagekr?ftig und zus?tzlich aufgrund ihrer Kürze für Menschen mit Sehbeeintr?chtigungen nicht oder schlecht erkennbar. Kommen derartige Linktexte mehrmals auf einer Seite vor, k?nnen Personen, die Screenreader verwenden, sie nicht unterscheiden.
  • Falsch: /md
    Die Angabe einer Internetadresse, die ja durchaus auch lang sein kann, ist nicht aussagekr?ftig. Niemand wei? genau, wohin sie führen. Dies betrifft nicht nur Screenreader nutzende Personen.
  • Richtig: Eine Zusammenstellung nützlicher Hinweise und Materialien rund um das Thema digitale Barrierefreiheit in Hochschulkontexten finden Sie auf den Webseiten des Kompetenzzentrums für digitale Barrierefreiheit für die Hochschulen in Nordrhrein-Westfalen.
    Aus gründen der IT-Sicherheit überprüfen Sie den Link auf Plausibilit?t, indem Sie mit der Maus über den verlinkten Text fahren.

Weiterführende Informationen

Artikel “Barrierefreie Links und Linktexte - Was muss man beachten?” der Beratungsstelle Barrierefreiheit

Bilder

  • Das Bild ist inhaltlich und im Detaillierungsgrad für die Zielgruppe gut geeignet.
  • Die Abbildung ist klar und verst?ndlich (gut erkennbar durch 球探足球比分 und Farbgestaltung).
  • Das Bild ist relevant für den Lernprozess, nicht nur einfach Dekoration. Ist das Bild nur zu illustrativen Zwecken eingesetzt, ist dies auch entsprechend erkennbar.
  • Bildgr??e, -aufl?sung und -format sind für die Ver?ffentlichung im Web optimiert.
  • Das Bild wird durch einen alternativen Text und durch eine Bildbeschreibung erl?utert (in manchen Systemen gibt es nicht beide M?glichkeiten, umso wichtiger ist es, die vorhandene Alternative mit sinnvollen Inhalten zu füllen).

Kombination Text + Bild

  • Das Bild bezieht sich inhaltlich auf eine Textpassage in unmittelbarer Umgebung.
  • Im Text wird direkt Bezug auf das Bild genommen und dieses kurz erl?utert.
  • Worte und Bilder, die zusammengeh?ren, sind nahe beieinander platziert.
  • Das Bild macht den Text für Lesende konkreter und verst?ndlicher.
  • Das Bild zeigt genau das an, was im Text angesprochen wird.
  • Das Bild wird in einem besonders schwierigen Teil des Textes verwendet.
  • Das Bild ist Teil einer leicht verst?ndlichen Textpassage und provoziert eine eigene bildliche Vorstellung.

  • Die Aufgabenstellung ist klar und eindeutig formuliert.
  • Es ist klar erkennbar, ob und wo das Aufgabenergebnis abgegeben werden soll.
  • Zeitpunkt und Ort der Aufgabeneinreichung ist angegeben und unmissverst?ndlich.
  • Die Lernenden erfahren, was mit den Ergebnissen geschehen wird (z.B. Diskussion, Feedback, Benotung).
  • Es gibt Hinweise auf Verbindlichkeit (z. B. was passiert, wenn jemand nicht oder versp?tet abgibt).
  • Format und Medium der Ergebnisse sind klar definiert (z. B. Darstellungsform, Hinweise zur L?nge, Dateiformat).
  • Die Sozialform für die Aufgabenbearbeitung  und -einreichung ist deutlich (z. B. Einzel-, Paar- oder Gruppenarbeit).
  • Für Nachfragen werden 球探足球比分daten und -m?glichkeiten angegeben.

  • Videos mit Tonspur verfügen über Untertitel.
  • Die im Video ausschlie?lich visuell wahrnehmbaren Elemente sind durch eine Audiodeskription beschrieben.
  • Das Video und der Audo-Podcast wird durch eine Transkription als Alternativformat erg?nzt.
  • Für Videos, die keine Tonspur enthalten, stehen alternative Formate zur Verfügung (Audiodeskription oder Text).
  • Eventuell vorhandene Musik im Video ist angemessen leise und passend, lenkt nicht ab. Musik in Videos kann hilfreich sein, um das Intro und Outro zu erkennen und sie kann helfen, die Aufmerksamkeit zu lenken, die Story zu unterstützen und eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder Emotionen zu wecken.
  • Auch in Videos gelten die für Texte oben genannten Kriterien: kurz und ohne Verschachtelungen formulieren.
  • Wenn Sie selbst im Video sprechen: Sprechen Sie langsam und deutlich. Legen Sie Sprechpausen ein.
  • Das Video ist in Geb?rdensprache übersetzt, wenn Geh?rlose Zielgruppe der Inhalte sind.

Weiterführende Informationen

Universit?ten in Nordrhein-Westfalen haben gut strukturierte und umfassende Informationen zu barrierefreien Moodle-Kursen zusammengestellt:

Organisatorische Kriterien für barrierearme Videokonferenzen

  • Informationen über die Bedarfe der Teilnehmenden hinsichtlich der Barrierefreiheit einer Videokonferenz sind vorhanden. Teilnehmende hatten die M?glichkeit, diese Information vertraulich mitzuteilen.
  • Teilnehmende wurden über technische M?glichkeiten des Videokonferenzsystems informiert.
  • Material, das w?hrend der Videokonferenz ben?tigt wird, steht Teilnehmenden zur Vorbereitung zur Verfügung (Teilnehmende mit Beeintr?chtigungen k?nnen das Material mit Assitenzprogramm vor der Konferenz sichten).
  • Die Funktion für automatische Untertitel und Transkripte ist im Videokonferenzsystem aktiviert (Anleitungen siehe unten).
  • Die Videokonferenz wird frühzeitig vor dem eigentlichen Beginn gestartet, damit Teilnehmende mit Beeintr?chtigung Einstellungen am Computer (z. B. Schriftgr??e) anpassen k?nnen.
  • Nebenger?usche und Rückkopplungseffekte w?hrend der Konferenz sind m?glichst ausgeschaltet.
  • Regeln für die Kommunikation w?hrend der Konferenz werden transparent gemacht:
    • Mehrere M?glichkeiten der Beteiligung, also beispielsweise schriftlich (per Chat) und mündlich (durch freigeschaltetes Mikrofon.
    • Meldung per Handzeichen-Funktion im des Videokonferenzsystems, damit auch Nutzende von Screenreadern automatisch informiert werden, wer spricht.
    • Sprechende Person
      • nennt zuerst ihren Namen, damit alle Teilnehmenden wissen, welche Person gerade spricht.
      • spricht deutlich und in moderatem Tempo.
      • erl?utert wichtige Inhalte des geteilten Bildschirms (Inhalte von des geteilten Bildschirms sind für Screenreader-Nutzende nicht lesbar).

Technische Kriterien für barrierearme Videokonferenzen mit Microsoft Teams und Zoom 

Da Zoom und Teams die Standardsysteme für Videokonferenzen an der Universit?t Bamberg sind, finden Sie hier vor allem Informationen für diese beiden Systeme. 
Beide Systeme verfügen über folgende technische M?glichkeiten, um die Barrierefreiheit zu unterstützen:

  • automatische Untertitel und Transkripte sowie
  • fixierbare Kacheln
  • Bedienbarkeit mit Tastatur
  • Screenreader nutzbar, jedoch eingeschr?nkt bei Bildschirmfreigabe: bei Zoom k?nnen die Inhalte der Bildschirmfreigabe nicht wiedergegeben werden; bei Teams k?nnen Power-Point-Pr?sentationen von den Teilnehmenden mit dem Screenreader angesteuert und selbstst?ndig navigiert werden.

Weiterführende Informationen

Haben Sie noch Fragen?

Anleitungen und weiterführende Informationen

Uni-interne Informationen

Informationen von externen Stellen

Werkzeuge zur Unterstützung der barrierefreien digitalen Gestaltung

球探足球比分

Telefon:  +49 951 863-3720
E-Mail: md(at)uni-bamberg.de