Aktuelle Buchprojekte
Einführung in die Literaturvermittlung
Gedichte von Arne Rautenberg. Interpretationen
Lou Reed – New York, State of Mind
Autor: Christoph Jürgensen
Verlag: Wallstein
Reihe: Popgeschichte
Beschreibung:
Lou Reed ist für das wohl wichtigste Album der Popgeschichte (mit)verantwortlich, und er ist alleine ?schuldig‘ an der vielleicht schlechtesten, in jedem Fall aber unh?rbarsten Platte. Die wichtigste: Das ist The Velvet Underground & Nico, 1967 auf dem H?hepunkt des Summer of Love erschienen, mit der berühmten abziehbaren Banane von Andy Warhol auf dem Cover und mit zugleich avantgardistischen wie catchy Songs über Drogendealer, Heroinkonsum und sadomasochistische Beziehungen. Und die unh?rbarste: Das ist Metal Machine Music von 1975, ein über ein Doppelalbum gestrecktes Feedbackgewitter ohne Songstrukturen, Melodien oder überhaupt eine Konzeption, die über die technische Versuchsanordnung hinausgehen würde. Beide Platten waren bei ihrer Ver?ffentlichung legend?r erfolglos, aber ohne sie ist die Popgeschichte nicht denkbar, kein Punk und kein Indie und wohl auch sonst kein Pop, der mehr sein will als blo?e Unterhaltung. Gerade einmal 30.000 Kopien hat das Debütalbum der Velvet Underground zun?chst verkauft, aber jeder dieser K?ufer hat eine Band gegründet, wie Brian Eno einmal gesagt hat.
Wenn man so will, konnte eine solche Musik nur in New York entstehen, ihre Kultur und Subkultur sind die Erm?glichungsbedingungen dieses Sounds und dieser lyrics. Das Buch will von dieser Einsicht aus die Geschichte eines (Sprech)S?ngers und Songwriters erz?hlen, der gleichsam als ewiger Stadtschreiber dieser Stadt figuriert, die niemals schlafen soll. Am Anfang sieht diese Geschichte unseren Protagonisten als angestellten Songschreiber, dann zeigt sie ihn auf dem ersten künstlerischen H?hepunkt mit dem Wirken von Velvet Underground. Von dort aus entwickelt sich eine Disco- und Biographie, die mit der Zeit fast schon die Züge bürgerlich-goethescher Entwicklungsromane annimmt und wie unvermeidbar auf ein Album zul?uft, das sich vollst?ndig derjenigen Stadt widmet, in der Lou Reed geboren und gestorben ist: New York erscheint 1989, und gleichsam seine Great American Novel in Plattenform, ein Alterswerk, textlich und perspektivisch. Die Zeiten der Erlebnislyrik junger Jahre sind dort vorbei, nun nimmt der Dichterbeobachter eine geradezu naturalistische Distanz zu den Dingen ein, die ihn umgeben, ein wiedergekehrter Emile Zola, k?nnte man mit Diederichsen sagen, der durch den Bauch von New York wandert und dabei die Verlorenen und Ausgesto?enen sieht: ?Give me your hungry, your tired, your poor – I‘ll piss on 'em / That‘s what the Statue of Bigotry says / Your poor huddled masses, let‘s club 'em to death / And get it over with and just dump 'em on the boulevard“, hei?t es programmatisch im Auftaktsong Dirty Blvd.
?Du mu?t nur die Laufrichtung ?ndern.? Zum Werk Hermann Kinders
Herausgeber: Christof Hamann, Christoph Jürgensen und Antonius Weixler
Verlag: Wallstein
Reihe: Literaturwissenschaft – 20. Jahrhundert
Beschreibung:
Hermann Kinder hat die Aporien der 1968er Generation so umfassend und gültig dargestellt, wie wenig andere Autoren der Nachkriegsliteratur: von der Schilderung des Aufbruchs dieser Generation aus verkrusteten gesellschaftlichen Strukturen über ihren Weg durch die sog. ?Instanzen? bis hin zu Alter und k?rperlichem Verfall. Die Kritik hat Kinders Werk wiederholt zu würdigen gewusst: Selten sei ein Generationengefühl ?so pr?zise und grimmig komisch? beschrieben worden, wie von diesem ?ungemein klugen und skrupul?sen Erz?hler?, so Hilmar Klute. Aleida Assmann wiederum würdigt die ?Autorit?t eines Kenners, der ohne M?tzchen, Schn?rkel, Effekte und andere Selbstvergr??erungstechniken auskam.? Trotz seiner erz?hlerischen Qualit?ten war Kinder Zeit seines Lebens ein vom Betrieb marginalisierter Autor. Gerade seine Randst?ndigkeit macht ihn indes zu einem der spannendsten ?F?lle? für eine Sozial- und Literaturgeschichte verbindende Perspektive. Seine weitgehend prek?re Rezeptionsgeschichte zeigt viel über das Funktionieren des literaturkritischen wie literaturwissenschaftlichen Betriebes der BRD seit den 1970er Jahren (bzw. gesamtdeutsch seit 1990). Der Sammelband untersucht systematisch sowohl die Rezeptionsgeschichte als auch s?mtliche Werkphasen dieses ?halbvergessenen? Autors.
Podcasts als/über Literatur
Herausgeber: Christoph Jürgensen
Verlag: University of Bamberg Press
Reihe: Bamberger Studien zu Literatur, Kultur und Medien
Beschreibung:
Im Rahmen eines zweisemestrigen Projektseminars entsteht ein Sammelband aus den Beitr?gen der gleichnamigen studentischen Tagung im Literaturarchiv Marbach.
Live Handbuch Literaturvermittlung
Herausgeber:innen: Christoph Jürgensen und Julia Ingold
Verlag: J.B. Metzler
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-67937-1
Beschreibung:
So wichtig Literaturvermittlung mit ihren Formen und Funktionen für mehr oder minder alle Prozesse im literarischen Feld ist, so wenig ist sie bislang umfassend reflektiert bzw. überblickt worden, von wenigen Versuchen abgesehen, das Feld überhaupt erst einmal (teilweise) abzustecken (siehe Literaturliste). Systematiken, Ordnungsversuche und Einzelaspekte finden sich unter den Schlagw?rtern Literaturbetrieb, Literaturdidaktik, Buchmarkt, literarisches Leben, Literatursystem, literarisches Feld und Literaturszene. Eine umfassende Darstellung, die Theorie und Praxisbezug vereint, ist bisher ausgeblieben. Auf dieses historische wie methodische Desiderat reagieren wir, indem wir ein Handbuch Literaturvermittlung projektieren, das bei J. B. Metzler erscheinen wird.
In der synchronen Perspektive fokussiert sich unser Interesse dabei auf die gegenw?rtige Vermittlung von Literatur im engeren Sinne, also Belletristik. In der diachronen Perspektive ist die Ausweitung des Korpus auf einen erweiterten Textbegriff denkbar. Das Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie definiert Literaturvermittlung als ?allgemein jede direkt oder in- direkt zwischen Autor und Leser vermittelnde Einrichtung, Unternehmung oder Instanz wie Veranstalter von Lesungen, Verlage (Lektorierung, mediale Realisierung, Distribution, Marketing), Buchhandel, Bibliotheken, Literaturunterricht in den Schulen, Textpr?sentation im Internet usw.“* Heuristisch fassen wir den Begriff der Literaturvermittlung ebenso weit und verstehen darunter alles, was in Form von Material, Akteur:innen und Ereignissen zwischen literarischem Text und Leserschaft vermittelt.
Live Handbuch
Das gedruckte Handbuch ist Grundlage und Grundstock für das von Metzler gehostete Live Handbuch Literaturvermittlung, das parallel dazu entstehen wird und nachher best?ndig aktualisiert sowie erg?nzt werden soll. Es ist vorgesehen, in der online Version eine Fülle von Materialien, Quellen und Links bereitzuhalten, die sich gegen die Buchf?rmigkeit sperren. Sowohl die gedruckte als auch die digitale Version liefern ein Nachschlagewerk für Literaturvermittlung im gesamten deutschsprachigen Raum, das sowohl für Forschung und Studium als auch für literaturvermittelnde Praxis dienlich sein wird.
Die erste Leistung des Handbuchs soll entsprechend sein, eine Art umfassende Kartographie des beinahe unersch?pflichen Feldes der Literaturvermittlung im deutschsprachigen Raum vorzulegen. Im Gegensatz zu ?typischen‘ Handbüchern sind die in Rede stehenden Objekte in einem andauernden Prozess zu beobachten, bei dem diachrone und synchrone Entwicklungen zusammenwirken. Es gilt etwa Literaturpreise in ihrer historischen Dimension genauso zu erfassen wie in ihrer Funktion im gegenw?rtigen Literaturbetrieb. Um Ordnung in die Darstellung der solcherart eng vernetzten Strukturen und Akteur:innen zu bringen, folgt die Gliederung chronologisch den Wegen der Texte von der Entstehung bis zur Leserschaft.
Struktur
Er?ffnet wird das Nachschlagewerk mit dem Gro?kapitel ?Theoretische Zug?nge‘, in dem die g?ngigen literatursoziologischen Modelle zur Beschreibung des literarischen Feldes und erste Forschungsans?tze vorgestellt werden. Danach folgen die Gro?kapitel ?Produktion‘, ?Distribution‘, ?Pr?sentation‘ und ?Rezeption‘. Darin spiegelt sich beispielsweise der Weg eines Textes von Verlag über Buchhandel und Bibliothek bis zu Literaturkritik und etwaigem Literaturpreis. Freilich ist das ein abstrahierter und schematischer Ablauf, der sich im Einzelnen verschiebt. Gerade mit Blick auf diese nicht immer sachgerechte ?Starrheit‘ der Darstellung von ?lebendigen‘ und reichlich wechselvollen Prozessen scheint es uns notwendig, der Buchform ein Live Handbuch an die Seite zu stellen, in dem diese ?berschneidungen anders (und vielleicht gelegentlich: ?richtiger‘) abgebildet werden k?nnen.
Zur Struktur der einzelnen Kapitel unterhalb der Gro?gliederung: Die Kapitel zu gro?en Bereichen wie etwa Buchmessen oder Archiven sollen von einem ?berblicksartikel eingeleitet werden, der kurz die Geschichte dieser Institution referiert, um sie dann im Hinblick auf ihre Rolle und ihre Macht einzuordnen, etwa bezüglich ihrer traditionell und sozial verfügbaren Kapitalsorten nach Bourdieu. Danach werden die Unterkapitel jeweils den wichtigsten Akteur:innen im deutschsprachigen Raum gewidmet sein, etwa der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse. Diese Artikel sollen jeweils dem gleichen Schema folgen, indem sie zuerst die Geschichte der Sache vorstellen, um dann ein Profil ihrer gegenw?rtigen Funktion zu entwerfen und anschlie?end die konkrete Position im literarischen Feld der deutschsprachigen Literatur zu bestimmen. Der folgende Gliederungsentwurf gibt dabei einen ?berblick über die geplante Struktur, eine Binnengliederung der Artikel steht freilich noch aus.
*Gebhard Rusch: Literaturvermittlung. In: Ansgar Nünning (Hg.): Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ans?tze – Personen – Grundbegriffe. 5. Aufl. Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2013, S. 466f., hier S. 466.
Gliederung
1. Theoretische Zug?nge
2. Produktion
3. Distribution
4. Pr?sentation
5. Rezeption
Eine Kulturgeschichte der Popmusik
Herausgegeber: Christoph Jürgensen und Gerhard Kaiser (G?ttingen)
Verlag: Metzler/ B?renreiter
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-72524-5
Beschreibung:
Ausgangsüberlegung oder: Was ist Popmusik gewesen?
Sp?testens seit dem Beginn der 2020er Jahre wird zunehmend klar: Popmusik hat sich, im wahrsten Sinne des Wortes, ?zu Tode gesiegt‘. Einerseits hat sie sich von einer einst als anrüchig oder irgendwie subversiv geltenden Angelegenheit jugendlicher Minderheiten zu einem allgegenw?rtigen, st?ndig verfügbaren, kulturell akzeptierten wie ?konomisch gewichtigen und in alle Gesellschaftsbereiche und -milieus vorgedrungenen Lebensbegleitmedium entwickelt. Andererseits scheint sie – nicht nur, weil die ?Held*innen‘ der Pop I- und Pop II-?ra nach und nach den Weg alles Irdischen gehen (werden) – in Zeiten der Digitalisierung s?mtlicher Lebensbereiche schon l?nger nicht mehr das Leit- und Orientierungsmedium jugendlicher Selbstverst?ndigung zu sein. Popmusik hat gewonnen, die Musik spielt aber mittlerweile anderswo.
Gründe genug also, um innezuhalten und – die ?Eule der Minerva‘ l?sst grü?en – einen Rückblick zu wagen auf eine knapp 70-j?hrige Geschichte jener Popmusik, die wohl wie keine zweite Kunstform die Mentalit?ten der zweiten H?lfte des 20. Jahrhunderts gepr?gt hat, die aber so, wie wir sie kannten, nun vorbei zu sein scheint. Von Nostalgie frei, aber voller Staunen und Interesse folgt unser gemeinsames Projekt deshalb der Leitfrage: Was (und wie) ist eigentlich Popmusik gewesen?
Zielpublikum
Die Popgeschichte ist mittlerweile zu einem viel diskutierten Ph?nomenbereich in nahezu allen kulturwissenschaftlichen F?chern geworden: sowohl in den verschiedenen Literaturwissenschaften, in der Soziologie wie der Geschichts-, Medien- und Kunstwissenschaft, als auch naturgem?? in der Musikwissenschaft. Trotz (oder gerade wegen) dieses allgemeinen Interesses ist eine zusammenh?ngende Gesamtdarstellung der Geschichte des Gegenstands ?Popmusik‘, die die unterschiedliche Fachperspektiven anschlussf?hig bündelt, bislang ein Desiderat. Ausgehend von dieser Einsicht richtet sich die vorliegend projektierte Kulturgeschichte der Popmusik an alle sich mit Popmusik in Forschung und Lehre besch?ftigenden Kolleginnen und Kollegen. Ungeachtet dieser Kernzielgruppe ist eine leserfreundliche, d.h. nicht terminologisch überfrachtete Schreibweise angestrebt, die das Buch auch für den gebildeten Laien interessant macht. Diesem Zielpublikum entsprechend also wollen wir diese Geschichte auf mittlerer Synthese-Ebene erz?hlen. Mittlere Synthese-Ebene, das meint ?unterhalb‘ einer Gesamttheorie der Popmusik à la Diedrich Diederichsen, die die Kenntnisse der historischen Einzelph?nomene immer schon voraussetzt, und oberhalb von fachwissenschaftlichen Detailstudien, denen der kulturgeschichtliche Gesamtzusammenhang aufgrund der je spezifischen Fachinteressen nicht in den Blick geraten kann.
Begriff, Zeitraum und Methode
Mit Diederichsen verstehen wir Popmusik als ?Zusammenhang aus Bildern, Performances (meist popul?rer) Musik, Texten und an reale Personen geknüpften Erz?hlungen“.1 Popmusik meint daher auch, aber eben nicht nur Musik, sondern gleicherma?en die produktions- wie rezeptions?sthetische Praxis, in die sie eingebunden ist. Dieser kulturgeschichtlich in seiner Verdichtung neue, die Lebenspraxis der Produzent*innen wie Rezipient*innen pr?gende Zusammenhang aus musikalischen (Rock & Roll), performativen (K?rperlichkeit), stilbezogenen (Mode, Haartracht etc.), akteurszentrierten (Elvis Presley, Frank Sinatra) und medienbedingten (Single, Live-Konzerte, verst?rkte Instrumente, Radio und vor allem Fernsehen) Dimensionen l?sst sich seit Mitte der 1950er Jahre beobachten. Er ist in seiner globalen Wahrnehmung vor allem dominant anglophon und bis heute virulent.
Aus dieser Vielschichtigkeit und -gestaltigkeit des Ph?nomenbereichs resultiert unsere Zugriffsweise, die sich als reflektierter Synkretismus bezeichnen l?sst. Gemeint ist damit eine Betrachtungs- und Darstellungsweise, die die Zugriffs- und Beschreibungsweisen unterschiedlicher theoretischer Ans?tze bzw. Disziplinen gegenstandbezogen methodisch integriert. Demzufolge avisieren wir eine Darstellung, die die dichte Beschreibung von Einzelph?nomen (Song, Album, Akteure, Konzert, mediengeschichtliche Ereignisse und Umbrüche) berücksichtigt, ebenso wie jene umfassenderen sozial-, medien-, politik- und diskursgeschichtlichen Entwicklungsprozesse, die diese Einzelph?nomene bedingen und erm?glichen.
[1] Diedrich Diederichsen: ?ber Pop-Musik. K?ln 2014, S. XI.
Günter Grass Handbuch
Herausgegeber: Christoph Jürgensen und Michael Scheffel (Wuppertal)
Verlag: De Gruyter
Reihe: De Gruyter Reference
DOI: https://doi.org/10.1515/9783110755435
Beschreibung:
Günter Grass z?hlt zweifellos zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts und wird, zumal im Ausland, immer wieder als der wichtigste Autor der Nachkriegsliteratur in Deutschland angesehen. Trotz einer in den letzten Jahrzehnten sehr agilen Grass-Forschung liegt bis heute keine wissenschaftlich fundierte, alle Facetten der Arbeit des gattungsübergreifend produktiven Schriftstellers, bildenden Künstlers und engagierten Zeitgenossen bündelnde, neue Interpretationsimpulse gebende bzw. Akzentverschiebungen in der Rezeption anregende Publikation vor. Das von uns konzipierte, im Idealfall eine breite ?ffentlichkeit ansprechende Günter Grass-Handbuch soll diese Lücke schlie?en. Mehr noch, es soll Erkenntnisgewinn in Aussicht stellende Ans?tze fortschreiben und damit schon im Vorfeld des 100. Geburtstags des Literaturnobelpreistr?gers eine ebenso aktuelle wie angemessen differenzierende Grundlage für die nicht nur aus diesem Anlass zu erwartende Flut an Ver?ffentlichungen bieten.
Systematisch zu erschlie?en sind nach einer einleitenden Darstellung der wichtigsten Stationen seiner durchaus exemplarischen Lebensgeschichte sowohl wegweisende ?sthetische Strukturen, Grass’spezifische Schreibweisen, philosophisch-weltanschauliche Hintergründe und zentrale Themenkomplexe seines ?uvres, als auch Fragen zur Rolle des Bürgers Günter Grass als kritischer Intellektueller im politischen Diskurs und zur internationalen Rezeption seines Lebenswerks.
Als Referenzausgabe dient uns die 5 Jahre nach seinem Tod von Dieter Stolz und Werner Frizen herausgegebene Neue G?ttinger Ausgabe (NGA) des Steidl Verlags in 24 B?nden. Erg?nzt wird der in dieser Edition zum ersten Mal kritisch durchgesehene Textkorpus aller von Grass autorisierten literarischen Werke durch ausgew?hlte Essays, (Wahlkampf-)Reden und Gespr?che sowie durch Text-Bild-Kunstwerke, Werkstattberichte, Tagebücher und Briefwechsel, die nur als Einzelausgaben vorliegen.
Als weiteres Alleinstellungsmerkmal des m?glichst umfassend informierenden und im besten Fall zur weiteren Besch?ftigung animierenden Handbuchs k?nnen die eng mit den Kapiteln zur Werkanalyse vernetzten Beitr?ge zum Graphiker, Bildhauer und Buchgestalter gelten. Damit werden neben zeit-, literatur-, musik- und mediengeschichtlichen auch kultur- und kunstgeschichtliche, bislang nur stiefmütterlich behandelte Bereiche der Grass-Forschung in den Fokus gerückt und überraschende Interpretationsperspektiven er?ffnet.


