Forum

Christoph Peters: "Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung"

las aus Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung
Freitag, 20. Januar 2012

 

 

 

Wolfgang Schlüter: "Die englischen Schwestern"

las aus Die englischen Schwestern
Dienstag, 31. Januar 2012

 

 

 

Markus Orths: "Die Tarnkappe"

Sein Debüt als Schriftsteller gab Markus Orths mit seinem im sisyphos-Verlag erschienenem Erz?hlband Schreibsand(1999). Hier versammelt er verschiedene Erz?hlungen, die sich mit dem Prozess des Schreibens, dem Tod und der Suche nach sich selbst besch?ftigen.

In seinem Erfolgsroman Lehrerzimmer (2003) beschreibt Orths die Institution Schule als ein auf Angst, Jammer, Schein und Lügen basierendes, totalit?res System. Ohne jede Chance, die schulische Willkür zu verstehen und zu durchschauen, versucht Studienassessor Kranich den Schulalltag zu meistern. Mit viel Ironie, Witz und ?bertreibung wird das schulische Scheitern eines motivierten, jungen Lehrers beschrieben, der verzweifelt einen Ausweg aus diesem Albtraum zu finden sucht.

Wie in dieser Satire auf das Bildungssystem stehen auch in anderen Texten neurotische Figuren und skurrile Alltagsszenen im Zentrum von Orths’ Prosa. Die aus der Psychiatrie entlassene und zwangsneurotisch veranlagte Lynn Zapatek, die Hauptfigur in dem 2008 erschienenen Roman Das Zimmerm?dchen, arbeitet als Reinigungsfachkraft im Hotel Eden. Fasziniert vom fremden Leben der Hotelg?ste, legt sie sich eines Abends unter das Bett eines Gastes und saugt das Fremde in sich ein. Immer l?nger verweilt die Voyeurin unter den Betten  der G?ste, getrieben von ihrem sinnentleerten Dasein, Neugier und Verzweif?lung. Dieser Text entwirft das Bild eines Menschen, der von Anonymit?t, Einsamkeit und ?ngsten bestimmt ist. 

Auch Orths neuster Roman Die Tarnkappe (2011) n?hert sich der Frage nach der Identit?t und Anonymit?t des Menschen. Die Hauptfigur dieses "fantastischen" Textes, Simon Bloch, findet eine Tarnkappe, die es ihm erm?glicht, ungesehen am Leben anderer Menschen teilzunehmen. Doch je gr??er das Verlangen nach dem Tragen der Kappe wird, desto mehr verliert sich der Protagonist und verschwindet tats?chlich. "Am Ende der spannenden Lektüre ist man nicht nur geheilt vom Kinderwunsch, einmal unsichtbar zu sein, man reagiert auch nachhaltig irritiert, wenn eine Tür ohne ersichtlichen Grund zuschl?gt." (Deutschlandradio Kultur)

 

 

Kristof Magnusson: "Das war ich nicht"

Kristof Magnusson las aus Das war ich nicht
Dienstag, 21. Juni 2011

Seine erfolgreiche Kom?die M?nnerhort (2002) zeigt vier (Ehe-)M?nner, die an der Einkaufssucht ihrer Frauen verzweifeln. Aus Trotz schaffen sie sich in einem Heizungskeller einen Rückzugsraum, in dem sie noch M?nner sein dürfen, mit Bundesligatabelle und Playmate an der Wand, mit Fernseher und Giganto Tool Tech. Doch dr?ngt sich im Laufe des Stücks die Frage auf, ob das eigentlich so sein muss, diese Rollenverteilung und das gegenseitige Verstecken. Das Stück wurde an zahlreichen Bühnen inszeniert, unter anderem 2005 am Theater am Kurfürstendamm mit Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst.

Kristof Magnussons Romandebüt Zuhause (2005) ist eine packende Mischung aus Roadmovie und Saga. Eigentlich will Làrus mit seiner Sandkastenfreundin Mathilda ein P?rchenweihnachtsfest auf Island verbringen, gemeinsam mit ihren Partnern Milan und Svend. Daraus wird allerdings nichts, denn beide Beziehungen sind kurz zuvor in die Brüche gegangen. Die Dinge beginnen auf eine seltsame Art und Weise aus dem Ruder zu laufen: Làrus beginnt eine Aff?re und ger?t damit zugleich in das R?derwerk einer der m?chtigsten isl?ndischen Familien, deren Wurzeln bis in die Egill-Skallagrímsson-Saga zurückreichen. So stolpert Làrus zu einem Soundtrack aus The Smith, Mùm und Depeche Mode von Abenteuer zu Abenteuer.

Kristof Magnussons zweiter Roman Das war ich nicht (2010), aus dem er in Bamberg las, verknüpft die Lebenswege dreier Figuren vor dem Hintergrund der Weltfinanzkrise. Der erfolgreiche amerikanische Autor Henry LaMarck hat eine Schreibkrise und flüchtet deshalb (gerade bei der Verlagsparty zu seinem sechzigsten Geburtstag) vor der fordernden Welt in ein Hotelzimmer in Chicago. Dort wird er auch von seiner ?bersetzerin Meike Urbanski gesucht, die das angekündigte neue Buch unbedingt braucht, um den Kredit für ihr Haus zurückzuzahlen. Vervollst?ndigt wird die ménage à trois durch den jungen Investmentbanker Jasper Lüdemann. Zwischen diesen Figuren entspinnt sich ein Netz aus Anziehungen und Abh?ngigkeiten, eine exemplarische und ironische Szenerie über den Zusammenhang von Kultur und Kapital. Wie schon im Debütroman strebt der Text nach einer Entmythologisierung; ?Wirtschaft“ und ?Kultur“ sind nicht mehr getrennte Ressorts einer Tageszeitung, sie kollabieren im Dunstkreis dieser drei Figuren.

 

 

"Zeichen & Wunder"

Oberfr?nkische Schriftsteller, Stipendiaten der Villa Concordia und studentische Nachwuchsautoren im Dialog

Zeichen zu setzen und von den kleinen und gro?en Wundern des Lebens zu erz?hlen, das ist das Gesch?ft des Schriftstellers. Es ist jedoch in der Regel ein einsames Gesch?ft. Etablierte Autorinnen und Autoren aus Oberfranken sowie Stipendiaten des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia haben sich daher auf ein einzigartiges Experiment eingelassen: Sie haben für die Anthologie Zeichen & Wunder Patenschaften übernommen und mit jeweils einem Bamberger Studierenden ein Tandem gebildet, um gemeinsam an Geschichten für das Buch zu arbeiten. Entstanden sind Kurzgeschichten, ein H?rspiel und ein Dramolett, auf vielf?ltige Weise wurde das Thema der Anthologie umgesetzt.

Die Studierenden haben vorher an einem Seminar für Kreatives Schreiben von Dr. Martin Beyer, Autor und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, teilgenommen, das den Studierenden ein Forum bieten soll, um gemeinsam an Texten zu arbeiten, Schreibtechniken zu erlernen und, genauso wichtig, gemeinsam über Texte zu sprechen, sich gegenseitig zu loben und zu kritisieren.

Am 18. Mai stellen vier Tandems ihre Arbeit vor:

  • Kurt Kreiler (Stipendiat Villa Concordia) & Katharina Müller-Güldemeister
  • Dulce Maria Cardoso (Stipendiatin Villa Concordia) & Raphael Thierschmann
  • Thomas Kastura & Julia Schmidt
  • Rolf-Bernhard Essig & Christina Dehler

Die Pr?sentation der Anthologie in der Reihe ?Literatur in der Universit?t“ ist eingebettet in das neue Lesefestival Bamberg liest, das 2011 erstmalig stattfinden wird. Insgesamt gibt es drei Veranstaltungen, an denen die Anthologie pr?sentiert wird, die Reihe endet am 21. Mai um 12 Uhr am ?Gabelmann“ (Grüner Markt) mit einer Open-Air-Lesung, bei der unter anderem Oberbürgermeister Andreas Starke aus Zeichen & Wunder lesen wird. Am 19. Mai lesen drei weitere Tandems in der Buchhandlung G?rres. Bamberg liest soll keine einmalige Veranstaltung sein, sondern in den darauffolgenden Jahren weiteren Studierenden, Autoren, Verlegern und auch Schülern eine M?glichkeit geben, ihre eigenen Literaturprojekte ?ffentlich zu pr?sentieren.

Weitere Informationen unter www.bamberg-liest.de.

Die Anthologie Zeichen & Wunder erschien im Verlag perpetuum publishing, der vom Bamberger Studenten Lukas Wehner gegründet wurde. Zu den Veranstaltungen ist die Anthologie zum Vorzugspreis von 7,00 Euro erh?ltlich, der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

 

 

Annette Pehnt: "Man kann sich auch wortlos aneinander gew?hnen das muss gar nicht lange dauern"

Annette Pehnt liest aus ihrem neuen Erz?hlungsband

Einen Nachbericht zur Lesung finden Sie hier.

2001 debütierte Annette Pehnt mit dem Roman Ich mu? los, den die Jury des aspekte-Literaturpreises mit einer besonderen Empfehlung ehrte. Mit dem Anti-Helden Dorst schuf sie eine Figur, die durch ihre eigenbr?tlerische, unergründliche Art Leser und Feuilletonisten gleicherma?en faszinierte. Ein regelrechter Kauz, der die schwarzen Anzüge seines toten Vaters auftr?gt und als selbsternannter Reiseführer seine grenzenlose Phantasie auslebt. Erst als die junge Elner in sein Leben tritt, wacht Dorst auf. In ihrem zweiten Roman Insel 34 stellt die Autorin eine namenlose Ich-Erz?hlerin in den Mittelpunkt, die wie Dorst ein jugendlicher Underdog ist. Auf der Flucht vor der elterlichen Fürsorge entwickelt die junge Frau eine Leidenschaft für abgelegene, r?tselhaft erscheinende Inseln. Im Spiel mit dem Motiv der Inselutopie erz?hlt Annette Pehnt auf ironische Art und Weise gleichzeitig die Geschichte des Erwachsenwerdens. Für einen Ausschnitt aus Insel 34 erhielt sie 2002 den Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt.

Der Roman Haus der Schildkr?ten aus dem Jahr 2006 liest sich als leiser, mit distanzierter Trauer und lakonischer Distanz geschriebener Text. Vordergründig handelt die Geschichte von einem Mann und einer Frau, die ihre Eltern im Seniorenheim besuchen und deren Wege sich dort kreuzen. Sie suchen aneinander Halt, fühlen sich angesichts des Leides ihrer Eltern jedoch schuldig. Der Roman rührt an ein gesellschaftliches Tabu: Das Leben im Altersheim, einem Ort, an dem Schweigen und Monotonie zu st?ndigen Begleitern geworden sind.

Der neue Erz?hlband Man kann sich auch wortlos aneinander gew?hnen das muss gar nicht lange dauern verknüpft die verschiedenen Themen der Autorin: In sechs kurzen Texten erz?hlt sie von Menschen, deren Leben sich in einem Ausnahmezustand befindet. Das Moment der Einsamkeit ist dabei allgegenw?rtig; die Zugführerin, die w?hrend einer ICE-Fahrt pl?tzlich ihr Geh?r verliert, ist zwischen den Fahrg?sten ebenso allein wie das trauernde Geschwisterpaar am Totenbett der Mutter oder der autistische Georg mit seinen überforderten Eltern. Jedes dieser ?Minidramen“ (Die Welt) schildert Momentaufnahmen einer zerfallenden Normalit?t, hinter der die Sehnsüchte der Figuren hervorblitzen. Aus diesem Band las Annette Pehnt in Bamberg.

 

 

Patrick Roth: "Real Time an den Feuern"

Patrick Roth las aus "Real Time an den Feuern".

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Patrick Roth erschafft ?erz?hlchoreografische Kunststücke“ (Die Zeit), die sich als wortgewaltige Erz?hllandschaften vor dem Leser entfalten und ihn durch ihre intertextuelle Verwobenheit in ihren Bann ziehen. Auf den Spuren seiner Protagonisten macht sich Roth auf die Suche nach der Grenze zwischen dem Bewussten und Unterbewussten, zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Durch die Verbindung biblischer Motive mit Einflüssen des Films und der Psychoanalyse wird die metaphysische Dimension seiner Erz?hlwelten sichtbar. Für Aufsehen sorgte Patrick Roth erstmals mit seiner Christustrilogie, die aus den B?nden Riverside (1991), Johnny Shines oder Die Wiedererweckung der Toten (1993) und Corpus Christi (1996) besteht. Im Auftrag des Apostels Thomas befragen zwei Brüder in Riverside den Einsiedler Diastasimos, was genau sich in den Tagen vor dem letzten Abendmahl zugetragen hat. Doch die Befragung erweist sich als ein verwinkeltes und unkalkulierbares Verwirrspiel. In Johnny Shines oder Die Wiedererweckung der Toten ist der Protagonist von der Vorstellung besessen, Tote wieder zum Leben erwecken zu k?nnen. Corpus Christi schlie?lich befasst sich mit der Suche des Judas Thomas nach dem Leichnam Christi – die Befragung der im Grab des Gekreuzigten festgenommenen Fremden Tirzia führt jedoch zu einer für alle Beteiligten überraschenden Wende. Rex, Moss, Gary und June hei?en die Protagonisten des Erz?hlbandes Starlite Terrace (2004). Ehemals waren sie daran beteiligt, das Triebwerk der Traumfabrik in Gang zu halten, mittlerweile wohnen sie unweit Hollywoods in einer heruntergekommenen Appartementanlage. Rex berichtet von seinem Vater, der das Hand-Double in Gary Coopers ?Zw?lf Uhr Mittags“ gewesen sein soll; Moss ist auf der Suche nach einem verschollenen Manuskript; Gary sehnt sich danach, durch den Glauben von seiner Schuld befreit zu werden, und June wird gegen Ende des Erz?hlbandes in einem Akt der Selbsttaufe regelrecht neugeboren.

In seinen Heidelberger Poetikvorlesungen, die unter dem Titel Zur Stadt am Meer (2005) erschienen sind, hebt Roth die Signifikanz n?chtlicher Traumwelten als Quellen seiner schriftstellerisch-kreativen T?tigkeit hervor. In Bamberg las Patrick Roth aus einem unver?ffentlichten Manuskript mit dem Titel Real Time an den Feuern.

?Am Ende von Patrick Roths Geschichten stockt einem regelrecht der Atem, und man mu? sich kurz orientieren, um wieder in die eigene Haut zurückzufinden.“ (Die Zeit)

 

Georg Klein: "Roman unserer Kindheit"

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Sein literarisches Debüt Libidissi (1998) ist vordergründig ein Thriller: Der schizophrene Agent Spaik irrt auf der Flucht vor zwei Killern durch die fiktive Stadt ?Libidissi? – ein dunkles Labyrinth, dessen Bewohner ?Piddi-Piddi? sprechen und in der eine omin?se Seuche mit dem Namen ?Mau? grassiert. Auf den zweiten Blick erweist sich der Roman als Spiel mit der Genrekonvention, als ?sprachlich faszinierende Kreuzung aus Agentengeschichte und urbaner Utopie? (FAZ): Klein zitiert Momente des Thrillers, um sie in eigenwillige und phantastische Bilder zu übersetzen. Die Detektivgeschichte Barbar Rosa (2001) setzt das Genre-Spiel fort: Der (Anti-)Held ist ein von allergischen Ausschl?gen geplagter Detektiv auf der Suche nach einem gestohlenen Geldtransporter, der sich auf die ?Bl?digkeit des Vorw?rtsstolperns? als Ermittlungsmethode verl?sst und seine Informationen aus russischen Comics bezieht. Gem?? Kleins Motto, ?dass sich das kreative System selbst abbildet?, kreist diese bizarre Erz?hlung um das Erz?hlen selbst, ruft zahlreiche intertextuelle Bezüge auf, um ihren Helden zuletzt ebenfalls als Textgewebe zu enttarnen: Sein Gesicht erscheint als Maske aus ?aufgeweichter, halbzerkauter Papiermasse?, auf der noch ?einzelne Lettern, halbe W?rter? zu erkennen sind. Der Roman unserer Kindheit (2010), aus dem Klein in Bamberg lesen wird, erz?hlt von sieben Kindern in einer Siedlung am Rand Oberhausens. Vor ihnen liegt ein endloser Sommer, der mit einem Unglück beginnt: Der ?ltere Bruder ger?t mit seinem Fu? zwischen die Speichen eines Fahrrads und muss von seinen Freunden, dem Schniefer, dem Ami-Michi, der Schicken Sibylle, dem Wolfskopf und den Witzigen Zwillingen, in einem umgebauten Kinderwagen durch die Gegend gefahren werden. Der Roman zeichnet ein Zeitbild der frühen sechziger Jahre: Die V?ter sind Kriegsheimkehrer, die Invaliden allgegenw?rtig, erste Fernseher und Telefone halten Einzug in bürgerliche Wohnzimmer. Darüber hinaus überführt Klein die Kindheit in einen ?düsteren, bluttriefenden Sommernachtstraum? (FAZ) und entwirft eine zeitlose, mythische Kindheitswelt. Das D?monische brodelt dabei stets unter der Oberfl?che: Ein Kommandant mit Silberplatte im Kopf taucht auf, der mysteri?se Mann ohne Gesicht kann mit den M?usen sprechen und der taubstumme Vogelzüchter prophezeit den Kindern, dass eines von ihnen get?tet werden soll …

,,Ein Geniestreich ist dieser Roman, opak, dicht, verrückt, h?sslich und irre sch?n." (Die Zeit)

 

Katharina Hacker: "Alix, Anton und die anderen"

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In ihrem literarischen Debüt Tel Aviv. Eine Stadterz?hlung (1997) portr?tiert Hacker mit gro?er lyrischer Kraft das Leben in der Stadt am Meer und deren in st?ndiger Bedrohung lebende Bewohner. Die Erz?hlung beobachtet die Figuren in zerbrechlichen Momenten von Angst, Einsamkeit und Trauer und f?ngt ihre unterschiedlichen, mitunter problematischen Lebens- und Identit?tsentwürfe ein. Dabei ist der politische Hintergrund immer gegenw?rtig und eng verknüpft mit dem Leben der Menschen.

Auch in ihrem Roman Der Bademeister (2000) verbindet Katharina Hacker ein pers?nliches Schicksal mit weltgeschichtlichen Ereignissen. Der Protagonist Hugo, 58 Jahre und von Beruf Bademeister, muss seine Arbeit aufgeben, weil sein Schwimmbad am Prentzlauer Berg kurz nach der Wende geschlossen werden soll. In einem konsequent durchgehaltenen Monolog wird Hugos Lebensgeschichte rückblickend entfaltet: Hugos Vater, ein Nationalsozialist und M?rder, hatte den Sohn einst misshandelt und zudem an der Aufnahme eines Studiums gehindert. Erst die Anstellung als Bademeister in jenem nun von der Schlie?ung bedrohten Bad und die damit verbundene Verantwortung für das Wohl seiner Badeg?ste hatten Hugo Zuflucht vor den famili?ren Abgründen und einen neuen Lebensinhalt in Aussicht gestellt.

Der Roman Die Habenichtse(2006), mit dem die Autorin im gleichen Jahr den Deutschen Buchpreis gewann, erz?hlt von einer scheinbar desillusionierten und unpolitischen Generation. Erneut verschr?nken sich hier individuelle Biografien mit kollektiven Erinnerungsmomenten, etwa in der Figur Jakobs, der mit seinem Kollegen den Flieger tauscht und damit dem Attentat vom elften September entgeht.

Ihr aktueller Roman Alix, Anton und die anderen(2009), aus dem Katharina Hacker in Bamberg lesen wird, geht layouttechnisch neue Wege. Der in zwei Spalten abgedruckte Roman erm?glicht dem Leser zwei oft parallel verlaufende Handlungsstr?nge gleichzeitig zu verfolgen und stellt Gedanken und Innenwelten der einzelnen Figuren gegenüber. Jan, dessen Frau Alix und die Freunde Bernd und Anton sind um die 40 und treffen sich seit 19 Jahren jeden Sonntag zum gemeinsamen Essen bei Alix‘ Eltern. Doch die famili?re Harmonie erweist sich rasch als eine ?Welt unter dem Zeichen des Todes“ (FAZ, 20.11.2009). Der Unfalltod des Sohnes, Alix‘ Bruder, der als Kleinkind im See beim heimischen Garten ertrank, überschattet das famili?re Miteinander ebenso wie die heimliche Leidenschaft des Vaters für Mai Linh, die ein vietnamesisches Restaurant besitzt, das von Kriminellen um Schutzgeld erpresst wird. So beginnt das anf?ngliche Idyll am Esstisch zu verblassen...

 

Peter Stamm: "Sieben Jahre"

Dienstag, 12. Januar 2010

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Elazar Benyo?tz

Eingezweifelt in Gott. Variationen über ein verlorenes Thema

Elazar Benyo?tz las aus seiner Dichtung und seiner Prosa.
Dienstag, 17.11.2009

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften, dem Lehrstuhl für Judaistik und der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg.

 

 

 

 

Helmut Krausser: "Einsamkeit und Sex und Mitleid"

Helmut Krausser las aus seinem Roman "Einsamkeit und Sex und Mitleid".
Donnerstag, 5. November 2009

 

 

 

 

 

Marica Bodro?i?: "Sterne erben, Sterne f?rben. Meine Ankunft in W?rtern"

Am Mittwoch, 27. Mai 2009, las Marica Bodro?i? aus "Sterne erben, Sterne f?rben. Meine Ankunft in W?rtern".

Die Autorin Marica Bodro?i? ist mit zehn Jahren aus ihrer ersten Sprache gefallen. 1983 folgte sie ihren Eltern aus Dalmatien nach Deutschland, wo sie bis heute lebt. ?ber ihre ?Ankunft in W?rtern“hat sie in der Edition Suhrkamp 2007 einen poetischen Bericht vorgelegt, aus dem sie in Bamberg lesen wird. In ?Sterne erben, Sterne f?rben“ beschreibt Marica Bodro?i?, wie die deutsche Sprache ihr zu einem Terrain des Wissens und des Fragens, aber auch des Tr?umens wurde. ?Nur im Deutschen lie? es sich pr?zise tr?umen“, hei?t es dort.

In ihrem Roman ?Der Spieler der ersten Stunde“  (2005) und in ihrem Erz?hlband ?Der Windsammler“ (2007) hat Marica Bodro?i? zwei entgegengesetzte Reiserichtungen eingeschlagen. Im Roman wird die Kindheit der kleinen Jelena Felder aus Dalmatien erz?hlt, vor und w?hrend jenem Herausfallen aus der Heimat, aus der Sprache, vor dem endgültigen Eintritt in eine terra incognita. Die Erinnerung an die Heimat wird zu einem Komplizen – und zu einem Gauner. In den elf Erz?hlungen geht es um Versuche der Rückkehr auf die dalmatinisch-istrischen Inseln, in die magischen R?ume der Kindheit, in eine manchmal fremd gewordene Wirklichkeit. ?Wir wollen nur unser Geburtshaus sehen und Ferien machen“, sagt eine Figur – was für eine Untertreibung!

 

Martin Beyer: "Alle Wasser laufen ins Meer"

Am Dienstag, 12. Mai 2009, las Martin Beyer aus seinem Trakl-Roman "Alle Wasser laufen ins  Meer".

G?ste des Abends waren SilbenMusik, Jan Burmester und DJ Platte.

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Thomas Hettche: "Woraus wir gemacht sind"

Am Mittwoch, 29. April 2009, 20 Uhr, liest Thomas Hettche aus "Woraus wir gemacht sind". Die Veranstaltung findet im H?rsaal U2/025 um 20 Uhr s.t. statt.

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Thorsten Palzhoff

Am Donnerstag, 15. Januar 2008, 20 Uhr s.t. liest Thorsten Palzhoff im Rahmen der Reihe Literatur in der Universit?t. Veranstaltungsort ist der Raum U5/024.

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Albert Ostermaier

Am Mittwoch, 28. Mai 2008, 20 Uhr liest Albert Ostermaier im Rahmen der Reihe Literatur in der Universit?t. Veranstaltungsort ist der Raum U7/105.

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Alain Claude Sulzer

Am Mittwoch, 14. Mai 2008, 20 Uhr liest Alain Claude Sulzer im Rahmen der Reihe Literatur in der Universit?t. Veranstaltungsort ist der Raum U5/024.

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Martin Walser: "Ein liebender Mann"

Mittwoch, 16. April 2008, 20 Uhr s.t. liest Martin Walser aus seinem neuen Buch

Ein liebender Mann

in der Aula der Universit?t Bamberg, Dominikanerstr. 2a.

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Christof Hamann

Am Mittwoch, 23. Januar 2008 findet von 20 Uhr s.t. im H?rsaal U5/024 (An der Universit?t 5) eine Lesung im Rahmen der Reihe "Literatur in der Universit?t" mit Christof Hamann statt.

 

John von Düffel: "Beste Jahre"

Am Dienstag, den 4.12.2007 findet von 20:00 - 22:00 Uhr in der U7/105 eine Lesung im Rahmen der Reihe "Literatur in der Universit?t" mit John von Düffel statt. Der Autor wird aus seinem Roman "Beste Jahre" lesen.

Ein Videobeitrag des Fr?nkischen Tags zur Lesung mit John von Düffel steht hier(27.9 MB) zum Download bereit.

Franziska Gerstenberg

Am Mittwoch, den 14.11.2007 findet von 20:00 - 22:00 Uhr in der U5/024 eine Lesung mit Franziska Gerstenberg statt.

Den Nachbericht zur Lesung finden Sie <link kommunikation news kultur artikel solche-ges extern>hier.

Annette Pehnt: "Haus der Schildkr?ten"

Am Donnerstag, den 18. Januar 2007, liest Annette Pehnt um 20 Uhr s.t. im H?rsaal 1, An der Universit?t 2 (U2/ 025), aus ihrem Roman "Haus der Schildkr?ten" (2006).

Bild: Claudia Feldtenzer

Thomas Lang: "Am Seil"

Am Dienstag, 5.12.2006, um 20 Uhr s.t. im Raum U5/ 024 liest Thomas Lang aus seinem Roman "Am Seil".

Julia Schoch

Mittwoch, 31, Mai 2006

20.00 Uhr s.t.

H?rsaal U7/105 (An der Universit?t 7)

 

Rainer Merkel: "Das Gefühl am Morgen "

Dienstag, 9. Mai 2006, 20.00 Uhr, Villa Concordia

im Rahmen der Veranstaltungsreihe ?Die Literaturlandschaften Bayerns“

?Seine Prosa ist eine spr?de Sch?ne“ (Der Tagesspiegel), war in einer von vielen guten Kritiken zu Rainer Merkels zuletzt erschienenem Buch Das Gefühl am Morgen (2005) zu lesen. Mit gro?er sprachlicher Dichte und sensibler Beobachtungsgabe entwirft der Roman die diffuse Welt von Lukas, der in den sp?ten 1980er Jahren, als die Mauer noch steht und der Reaktor von Tschernobyl explodiert, in West-Berlin Laura liebt, nach einer glücklichen Sexualit?t sucht und endlich erwachsen werden will. Im Weg steht ihm dabei vor allem sein narzisstischer Vater – Sexualtherapeut und zwanghaft liberaler 68er. Die Mutter lebt in den USA ein Aussteigerleben. – Lukas ist ein kaputtes Kind der 68er-Generation: beziehungsunf?hig, kalt, das ?berg?ngige und Diffuse seines Lebens leid. Wenn Rainer Merkel, der Stipendiat im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia war, im Mai 2006 auf Einladung des Künstlerhauses und des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Otto-Friedrich-Universit?t Bamberg für eine Lesung im Rahmen der ?Literaturlandschaften Bayerns“ in die Villa Concordia zurückkehrt, wird er Lukas und sein Leben vorstellen.

Egon Schwarz: "Unfreiwillige Wanderjahre"

Egon Schwarz
liest aus seiner Autobiographie
?Unfreiwillige Wanderjahre“
Mittwoch, 23. November 2005, 20.00 Uhr
im H?rsaal U5/024 (An der Universit?t 5)

Egon Schwarz, heute einer der renommiertesten Germanisten der USA, wurde 1938 als Sechzehnj?hriger von den Nazis aus ?sterreich vertrieben. Jahrelang reiste er durch die Welt, sich mit Nebenjobs über Wasser haltend, bis er sich seinen Lebenswunsch erfüllen und studieren konnte.
Seine Biographie ist dieses Jahr als Taschenbuch im Beck Verlag mit einem Nachwort von Uwe Timm erschienen.

Ingo Schulze: "Neue Leben"

15. November 2005
Lesung von Ingo Schulze aus seinem Roman “Neue Leben”
in der Reihe “Literatur in der Universit?t”
Zeit und Ort: 20 Uhr, U7/105

Norbert Gstrein

12. Juli 2005
Autorenlesung von Norbert Gstrein

Gstreins literarisches Debüt ?Einer“ erregte mit einem Schlag Aufsehen um den ?sterreichischen Autor und wurde in der 球探足球比分 als vielversprechend gelobt. Schon diese Erz?hlung weist für Gstreins erz?hlerisches Werk charakteristische Aspekte in Stoff und Sprache auf. Ein Einzelner wird hier in den eng gezogenen Grenzen einer Gemeinschaft zum Isolierten, zum Au?enseiter; gleichzeitig wird die Frage behandelt, wie sich Identit?t erst aus den Mechanismen der (Nicht)Dazugeh?rigkeit definiert und aus diesem Grund als ein anzweifelbares Konstrukt betrachtet werden muss.
Als 2003 der Roman ?Das Handwerk des T?tens“ erschien, wurde der Vorwurf gegenüber Norbert Gstrein erhoben, er habe sich unzuverl?ssigerweise des Lebens Gabriel Grüners bem?chtigt. Nicht nur die dem Buch vorangestellte Widmung ?Zur Erinnerung an Gabriel Grüner (1963-1999), über dessen Leben und Tod ich zu wenig wei?, als dass ich davon erz?hlen k?nnte“, lie? zahlreiche Rezensenten auf einen Schlüsselroman schlie?en. Der Roman erz?hlt zudem die Geschichte eines – so wie Grüner – im Kosovo get?teten Journalisten. Gstrein m?chte sein Buch jedoch nicht als reale Biographie gelesen sehen: ?Einerseits lag das Thema vor der Tür, andererseits gab es einen Ausl?ser, den ich erw?hne und dann gleich wieder beschweige, damit das Buch nicht als Schlüsseltext gelesen wird,“ betont er. Auf die darauffolgende Debatte und  Anschuldigungen antwortete Gstrein mit dem Essay ?Wem geh?rt eine Geschichte?“. Diese Frage führt ihn weiter zu der ?berlegung, in welcher Form das Schreiben über Krieg heute überhaupt noch m?glich ist.

Sibylle Lewitscharoff: "Totengespr?che"

24. Mai 2005
Sibylle Lewitscharoff liest aus "Totengespr?che"

"Schnee. Eine ganze Stadt erstickt in Sauberkeit. Die Autos ersticken, der L?rm erstickt. Mitunter ein Keilriemen, der quietscht. Eisblumen am Fenster. Hauben auf den Simsen. Schnee füllt gn?dig alle L?cher. Die Vorstadt verschwindet unter einem Sargtuch. Gott wandert über die schneebedeckten D?cher. Gott hat mich lieb, dachte ich als Kind, sobald die ersten Flocken fielen. Er deckte meine Wimpern mit zarten Kristallen und versprach, mich in unberührten Schnee zu sto?en, wenn meine Zeit gekommen w?re."

Thomas Meinecke: "Musik"

Lesung: Thomas Meinecke liest aus seinem Buch "Musik"

Veranstalter: Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft zusammen mit dem Lehrstuhl für Britische Kultur

9. Dezember 2004, 20:00 Uhr, neuer H?rsaal in der U7

Christof Hamann: "Seegfr?rne" und "Fester"

Christof Hamann liest aus seinen Romanen
?Seegfr?rne“ und ?Fester“
am Freitag, 14. Mai 2004, 20.00 Uhr
im H?rsaal U5/024 (An der Universit?t 5).

Bislang hat Hamann – neben verschiedenen Kurztexten und wissenschaftlichen Publikationen – zwei Romane ver?ffentlicht: Seegfr?rne (2001) und Fester (2003). Besonders das ?gelungene Debüt“ – so Tilman Spreckelsen am 04.12.2001 in der FAZ – fand in den Feuilletons Beachtung: Seegfr?rne sei, so urteilt beispielsweise die Süddeutsche am 26. 11. 2001, ?ein eisglattes, nach allen Regeln der Literaturwerkstatt kunstreich konstruiertes Prosastück“.

Matthias Politycki

Matthias Politycki liest Prosa und Gedichte
Dienstag, 13. Januar 2004, 20.00 Uhr im H?rsaal U5/024 (An der Universit?t 5)

?ber Matthias Polityckis jüngsten Gedichtband Ratschlag zum Verzehr der Seidenraupe (2003) schreibt Peter Rühmkorff: ?Bin von einem Entzücken ins andere geraten und habe mich durch allerhand Tiefsinn hindurchgelacht.“

 

Ralf Rothmann: "Junges Licht"

Lesung: Ralf Rothmann liest aus seinem Buch "Junges Licht"

in der Reihe “Literatur in der Universit?t”

Veranstalter: Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
26. November, 20:00 Uhr, neuer H?rssal in der U7

Klaus B?ldl: "Die fernen Inseln"

Lesung: Klaus B?ldl liest aus seinem Buch "Die fernen Inseln"

in der Reihe "Literatur in der Universit?t"

Veranstalter: Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft

3. November, 20:00 Uhr, U5/024 – H?rsaal, An der Universit?t 5