Lesung Daniela Danz: Portolan (2025)
Am Dienstag, 12. Mai 2026, 20:00 Uhr (Universit?t Bamberg, Raum U5/00.24), kehrt die Lyrikerin DanielaDanz, die 2024 die Bamberger Poetikprofessur innehatte, nach Bamberg zurück und liest aus ihrem Gedichtband Portolan (2025).
Daniela Danz, geboren 1976 in Eisenach, lebt als freie Autorin in Kranichfeld/Thüringen. Sie schreibt Lyrik, Romane, Essays und Libretti. Nach einem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Tübingen, Prag, Berlin und Halle promovierte sie über den Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik und war u. a. als Kunstinventarisatorin und Museumsleiterin t?tig. Sie ist Vizepr?sidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Preis für Nature Writing (2020) und dem Thüringer Literaturpreis (2023). Am 14. Juni 2026 erh?lt sie den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung im Weimarer Musikgymnasium Schloss Belvedere.
In Bamberg stellt Daniela Danz ihren jüngsten Gedichtband Portolan vor. Portolan nennt man jene mittelalterlichen Seekarten, die den Blick vom Land weg auf die Meere richten. Eben diesen Perspektivwechsel vollzieht Daniela Danz in ihren Gedichten: Die vertrauten Landmassen werden zur ?terra incognita“, w?hrend sich die Gedichte den globalen Verkehrsadern der Frachtschifffahrt zuwenden – einem unsichtbaren Netz, in das wir alle eingebunden sind. In dichter, anspielungsreicher Sprache erkundet Danz die Verflechtungen von ?konomie, Natur und Geschichte, verbindet Gegenwartsdiagnosen mit Motiven aus Antike und Mystik und fragt nach den Spuren menschlichen Handelns im Ged?chtnis der Erde und der Meere.
Dabei scheut der Band nicht vor einer schonungslosen Diagnose der Gegenwart zurück: Wenn ?lkatastrophen zur blo?en ?sthetischen Kulisse werden oder der Schiffbruch gar als Kunstmotiv erscheint, legt Danz die Abstumpfung gegenüber globalen Krisen offen. Der Ozean wird in ihren Gedichten zum Wirtschaftsraum, der Gedichtband zu einer eindringlichen Kritik an den zerst?rerischen Dynamiken der Gegenwart, die sich in das ?kopoetische Programm Danz‘ Lyrik einreiht. ?Danz’ souver?n geschriebener und welthaltiger Band“, so Bj?rn Hayer in der Frankfurter Rundschau, ?h?lt dabei Ausschau nach oft überh?rten Stimmen – sowohl der Flora als auch der Fauna, und am meisten nach der unseres Gewissens, das man noch allzu leise vernimmt.“ Auf diese Weise entsteht eine formal innovative Lyrik, die die Bedingungen unserer globalisierten Gegenwart ebenso pr?zise wie sinnlich erfahrbar macht und einmal mehr best?tigt, dass Daniela Danz zu den eigenst?ndigsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik z?hlt.