Antidiskriminierung an der Universit?t Bamberg
Die Otto-Friedrich-Universit?t setzt sich für ein wertsch?tzendes und respektvolles Arbeits- und Studienklima ein. Bel?stigung, Diskriminierung, Mobbing, Stalking sowie Grenzverletzungen haben keinen Platz an der Universit?t. Dies ist in der Richtlinie ?Grenzen wahren“(140.9 KB) verankert, die als Leitlinie für ein sensibles Miteinander an der Universit?t Bamberg dient.
Was ist Diskriminierung?
Bei Diskriminierung handelt es sich um die nicht gerechtfertigte Benachteiligung von Personen aufgrund geschützter Merkmale. Ausschlaggebend für eine Diskriminierung ist immer die Wirkung auf die betroffene Person, nicht die Absicht.
Geschützte Merkmale sind nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sowie der Richtlinie “Grenzen wahren”:
Formen von Diskriminierung sind:
- Unmittelbare Diskriminierung: Eine Person erf?hrt aufgrund eines geschützten Merkmals eine weniger günstige Behandlung als eine Vergleichsperson
- Mittelbare Diskriminierung: Verhaltensweisen, Vorschriften und Regelungen, die für alle Personen gelten und scheinbar neutral sind, wirken sich in der Praxis aber für bestimmte Personengruppen besonders nachteilig aus
- Bel?stigung: Verhaltensweisen, bei denen eine Person aufgrund eines geschützten Merkmals eingeschüchtert, erniedrigt oder beleidigt wird
Antidiskriminierungsstelle der Universit?t Bamberg
Arbeit der Antidiskriminierungsstelle
Die Antidiskriminierungsstelle bietet l?sungs- und ressourcenorientierte Erst- und Verweisberatung für Betroffene, Zeug*innen und Vertrauenspersonen. Alle Anfragen an die Antidiskriminierungsstelle werden vertraulich behandelt.
In der Beratung wird die Situation reflektiert, der Beratungsauftrag gekl?rt und es werden m?gliche Handlungs- und Unterstützungsm?glichkeiten besprochen. Auch Zweifel, Fragen, Unsicherheiten finden Raum und k?nnen besprochen werden. Sofern m?glich k?nnen weitere Schritte auch unter Wahrung der Anonymit?t der ratsuchenden Person umgesetzt werden.
Handlungs- und Unterstützungsm?glichkeiten bei Diskriminierung k?nnen sein:
- Entgegennahme von Diskriminierungsmeldungen für Monitoringzwecke,
- Bereitstellung von Informationsmaterialien und -angeboten für Betroffene,
- Verweis an universit?tsinterne oder -externe Stellen mit passender Fachexpertise,
- Unterstützung bei der eigenst?ndigen Bearbeitung von Diskriminierungserfahrungen,
- Ressourcenaktivierung,
- Niedrigschwellige Interventionen (bspw. Begleitung von Konfliktgespr?chen),
- Vermittlung an Rechtsberatung, Psychosozialberatung, etc.
- Auf Wunsch Begleitung bei Beschwerdeverfahren
Sie haben die M?glichkeit, sich über ein 球探足球比分formular bei der Antidiskriminierungsstelle zu melden. Hierbei ist es m?glich, eine anonyme Meldung abzugeben.
Wir m?chten Sie dennoch ermutigen, ein Beratungsgespr?ch in Anspruch zu nehmen. In einer Beratung k?nnen die erlebte Diskriminierung reflektiert und m?gliche Handlungs- und Unterstützungsm?glichkeiten besprochen werden. Sofern es im individuellen Fall m?glich ist, k?nnen im Anschluss an eine Beratung weitere Schritte durch die Antidiskriminierungsstelle auch unter Wahrung der Anonymit?t der ratsuchenden Person umgesetzt werden.
Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle richtet sich nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sowie der Richtlinie ?Grenzen wahren“ und umfasst:
- Erst- und Verweisberatung in deutscher und englischer Sprache,
- Monitoring von Anfragen und Vorf?llen,
- Bereitstellung von Informationsmaterialien und -angeboten,
- Pr?ventive Ma?nahmen, Schulungen, Empowerment,
- Identifikation von Diskriminierungen und strukturellen Diskriminierungsrisiken,
- Niedrigschwellige Interventionen bei Diskriminierung (bspw. Begleitung von Konfliktgespr?chen),
- Unterstützung bei Positiven Ma?nahmen und Nachteilsausgleichen nach § 5 AGG,
- Ma?nahmen zum Schutz vor Benachteiligungen nach § 12 AGG,
- Vermittlung an die Beschwerdestelle nach § 13 AGG, an der über eine Beratung hinaus eine Beschwerde eingereicht werden kann.
Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle zielt darauf ab, einen qualifizierten Umgang mit Diskriminierung zu erm?glichen und zu f?rdern.
Hinweise: Es erfolgt keine Rechtsberatung. Die Antidiskriminierungsstelle ist keine Beschwerdestelle nach AGG.
Damit die Antidiskriminierungsstelle für Betroffene von Diskriminierung und Grenzüberschreitungen ein geschützter Raum ist, richtet sich die Arbeit der Stelle nach den folgenden Prinzipien und Grunds?tzen:
- Alle Anfragen werden strikt vertraulich behandelt.
- Sofern andere universit?tsinterne oder -externe Stellen bzw. Personen in die Beratung einbezogen werden sollen, geschieht dies ausschlie?lich mit schriftlichem Einverst?ndnis der ratsuchenden Person.
- Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle umfasst eine parteiliche Haltung. Sie stellt die individuellen Bedarfe der ratsuchenden Person in den Mittelpunkt.
- Die Beratung zielt darauf ab, die Handlungsf?higkeit der Ratsuchenden zu st?rken (= Empowerment) sowie in Abstimmung mit den individuellen Bedarfen Unterstützungsm?glichkeiten und Ressourcen auf individueller und universit?rer Ebene nutzbar zu machen.
Darüber hinaus berücksichtigt die universit?re Antidiskriminierungsarbeit folgende Grunds?tze:
- Alle Diversit?tsmerkmale sind gleich schutzwürdig (= horizontaler Ansatz).
- Diskriminierungserfahrungen k?nnen mehrere Gründe umfassen. Diskriminierungsmerkmale und -verh?ltnisse k?nnen zusammenwirken und sich gegenseitig verst?rken (= Intersektionalit?t).
- Die Arbeit der Ansprechperson für Antidiskriminierung umfasst eine kontinuierliche Reflexion struktureller und gesellschaftlicher Machtverh?ltnisse sowie die Reflexion der eigenen Positioniertheit im Beratungskontext.
- Zur Sicherung der Qualit?t der Antidiskriminierungsarbeit werden die Beratungs- und Unterstützungsangebote kontinuierlich weiterentwickelt.
Umgang mit Diskriminierung
In der Situation:
- Bewahren Sie Ruhe. Achten Sie auf sich und Ihre Grenzen.
- ?berlegen Sie, was Sie in der gegebenen Situation erreichen m?chten (bspw. Situation beenden, diskriminierende Person auf ihr Verhalten hinweisen, etc.) und wie Sie reagieren m?chten.
- Wenn es Ihnen m?glich ist: Machen Sie deutlich, dass Sie diskriminierendes Verhalten nicht tolerieren. Beziehen Sie Stellung und benennen Sie das Fehlverhalten.
- Suchen Sie Unterstützung bei Personen, die ggf. mit Ihnen in der Situation sind.
- Sichern Sie Beweise. Sprechen Sie Zeug*innen der Situation an und fragen Sie diese nach ihren 球探足球比分daten.
- Wichtig: Bringen Sie sich nicht in Gefahr. Informieren Sie bei einer akuten Gefahrensituation die Polizei (110).
Nach der Situation:
- Fertigen Sie ein Ged?chtnisprotokoll(972.7 KB)an. Sie k?nnen auch Zeug*innen der Situation bitten, ein Ged?chtnisprotokoll anzufertigen. Eine Vorlage finden Sie auf der Website der Antidiskriminierungsstelle.
- Nehmen Sie zur emotionalen Entlastung Unterstützung in Ihrem sozialen Umfeld, bspw. bei Familie und Freund*innen, in Anspruch.
- Melden Sie den Vorfall und nehmen Sie professionelle Unterstützung in Anspruch. Im Rahmen einer vertraulichen Beratung (bspw. bei der Antidiskriminierungsstelle) k?nnen Sie in einem geschützten Raum über die Situation sprechen und das weitere Vorgehen reflektieren.
Weitere Handlungsm?glichkeiten/Schritte zur Aufarbeitung der Diskriminierung:
- Um die Diskriminierung aufzuarbeiten, kann eine direkte Kl?rung mit der diskriminierenden Person hilfreich sein. Dies kann schriftlich (bspw. via Mail) oder in einem Gespr?ch erfolgen. Die Antidiskriminierungsstelle kann auf Wunsch bei diesen Schritten unterstützen und in einem Gespr?ch eine moderierende Rolle einnehmen.
- Ggf. kann der Einbezug weiterer universit?tsinterner oder -externer Stellen mit entsprechender Fachexpertise hilfreich sein.
- Eine Rechtsberatung kann helfen, die Situation rechtlich einzuordnen und rechtliche Schritte zu prüfen.
- Wenn sich keine niedrigschwellige L?sung findet, kann auch das Einleiten eines offiziellen Beschwerdeverfahrens sinnvoll sein. Auch hier kann die Antidiskriminierungsstelle beraten, den Ablauf eines solchen Verfahrens transparent machen und auf Wunsch bei diesem begleiten.
In der Situation:
- Bewahren Sie Ruhe. Achten Sie auf sich und Ihre Grenzen.
- Nehmen Sie jede auf Sie diskriminierend wirkende Situation ernst.
- Sprechen Sie mit der betroffenen Person. Fragen Sie sie nach deren Eindruck.
- Schreiten Sie in die Situation ein und stoppen Sie sie. Schützen Sie die betroffene Person.
- Suchen Sie Unterstützung bei Personen, die ggf. mit Ihnen in der Situation sind.
- Wenn es Ihnen m?glich ist: Machen Sie deutlich, dass Sie diskriminierendes Verhalten nicht tolerieren. Beziehen Sie Stellung und benennen Sie das Fehlverhalten.
- Bieten Sie Ihre Unterstützung an. Unternehmen Sie keine weiteren Schritte ohne das Einverst?ndnis der betroffenen Person. Respektieren Sie die Wünsche und Bedarfe der Person.
- Sichern Sie Beweise. Sprechen Sie Zeug*innen der Situation an und fragen Sie diese nach ihren 球探足球比分daten.
- Wichtig: Bringen Sie sich nicht in Gefahr. Informieren Sie bei einer akuten Gefahrensituation die Polizei (110).
Nach der Situation:
- Protokollieren Sie den Vorfall und fertigen Sie ein Ged?chtnisprotokoll(972.7 KB)an. Eine Vorlage finden Sie auf der Website der Antidiskriminierungsstelle.
- Reflektieren Sie Ihr Verhalten in der betreffenden Situation.
- Achten Sie auf eine gute Selbstfürsorge. Nehmen Sie zur emotionalen Entlastung Unterstützung in Ihrem sozialen Umfeld, bspw. bei Familie und Freund*innen, oder ein Beratungsgespr?ch in Anspruch.
An der Universit?t Bamberg setzen wir uns gemeinsam für ein wertsch?tzendes und sensibles Arbeits- und Studienumfeld ein. Hierzu ist es wesentlich, auch das eigene Verhalten zu reflektieren und Rückmeldungen zu eigenem grenzverletzendem Verhalten ernst zu nehmen.
Beachten Sie hierbei folgende Aspekte:
- Offenheit und Sensibilit?t: Nehmen Sie Hinweise auf eigenes diskriminierendes Verhalten stets ernst und begegnen Sie diesen mit Offenheit. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie diskriminiert haben, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle, um über die Situation zu sprechen und sich ggf. professionell beraten zu lassen. Seien Sie gegenüber der Person, die die Anschuldigung vorbringt, sensibel und respektvoll. Bagatellisieren Sie die Situation nicht.
- Selbstreflexion und Perspektivwechsel: Nehmen Sie sich Zeit und Raum, um über Ihr Verhalten in der betreffenden Situation nachzudenken. Was genau ist passiert? Wie hat sich Ihr Verhalten auf die andere Person ausgewirkt? Fühlen Sie sich empathisch in die andere Person ein und versuchen Sie, deren Position und Wahrnehmungen zu verstehen.
- Gespr?ch suchen und entschuldigen: Sprechen Sie mit der Person, die Ihnen grenzverletzendes Verhalten vorwirft. In einem offenen und wertsch?tzenden Gespr?ch k?nnen Fragen gekl?rt, eventuelle Missverst?ndnisse ausger?umt und ein sensibler, konstruktiver Umgang mit der Situation gefunden werden. Wenn Sie sich einer Person gegenüber diskriminierend verhalten haben, entschuldigen Sie sich und passen Sie Ihr Verhalten an.
- ?nderung des Verhaltens: ?berlegen Sie, wie Sie Ihr Verhalten in ?hnlichen, zukünftigen Situationen anpassen k?nnen. Nutzen Sie M?glichkeiten der Weiterbildung und Reflexion, um Ihr Bewusstsein für grenzverletzendes Verhalten zu sch?rfen.
- Haltung annehmen: Informieren Sie sich über Diskriminierung und die Auswirkungen auf Betroffene. Engagieren Sie sich für ein sensibles Miteinander und seien Sie ein Vorbild für andere.
Es ist verst?ndlich, dass Anschuldigungen von diskriminierendem und grenzverletzendem Verhalten starke Emotionen ausl?sen und zu Abwehr und defensiven Reaktionen führen k?nnen. Die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen und sich pers?nlich weiterzuentwickeln sind entscheidende Schritte bei einem diskriminierungssensiblen Miteinander an unserer Universit?t. Nehmen Sie daher Feedback über eigenes Fehlverhalten immer ernst. Wir m?chten Sie ermutigen, bei Bedarf Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Ein sensibler Umgang mit Diskriminierung und Grenzüberschreitung ist ein Zeichen von Führungsqualit?t. Wenn Sie Grenzüberschreitungen erkennen oder sich Studierende oder Mitarbeitende an Sie wenden und um Hilfe bitten, müssen Sie t?tig werden.
Beachten Sie hierbei folgende Aspekte:
- Bewahren Sie Ruhe. Seien Sie einfühlsam und h?ren Sie zu.
- Nehmen Sie Schilderungen von Grenzverletzungen, Diskriminierungen und Bel?stigungen immer ernst. Grenzverletzendes Verhalten darf nicht toleriert, bagatellisiert oder ignoriert werden.
- Behandeln Sie alle Gespr?che vertraulich.
- ?berlegen Sie gemeinsam mit der betroffenen Person, welche weitere Unterstützung ben?tigt wird.
- Initiieren Sie keine weiteren Schritte ohne das Einverst?ndnis der betroffenen Person. Die betroffene Person entscheidet, welche Schritte unternommen werden sollen. Ermutigen Sie die Person, bei einer fachlich geeigneten Stelle Beratung und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
- Ergreifen Sie - sofern notwendig - Ma?nahmen zum Schutz der betroffenen Person.
- Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie sich in einer solchen Situation verhalten sollen, wenden Sie sich gern an die Antidiskriminierungsstelle oder eine andere Beratungsstelle.
- Seien Sie für Studierende und Mitarbeitende ein Vorbild für faires und Grenzen-wahrendes Verhalten. F?rdern Sie ein offenes, wertsch?tzendes und respektvolles Arbeits- und Studienklima.
Weiterführende Informationen zu Antidiskriminierung an Hochschulen
Netzwerk “Antidiskriminierung an Hochschulen” (Webseite)
Publikationen des Antidiskriminierungsverbands Deutschlands:
- “Antidiskriminierungsberatung in der Praxis. Die Standards des advd ausbuchstabiert.” (Publikation)
- “Antidiskriminierung an Hochschulen – Lernen, Vernetzen, Handeln” (Publikation)
Publikationen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes:
- “Bausteine für einen systematischen Diskriminierungsschutz an Hochschulen” (Publikation)
